Scheidung Dönmez-Grüne fix – kommt er zu Kurz?

Integrationsminister Sebastian Kurz (l./ÖVP) und Integrationsbotschafter Efgani Dönmez am Mittwoch, 03. Mai 2017, in Linz.
Integrationsminister Sebastian Kurz (l./ÖVP) und Integrationsbotschafter Efgani Dönmez am Mittwoch, 03. Mai 2017, in Linz.Bild: Hannes Draxler

Schon Mitte Mai gab es Gerüchte, nun wird es konkreter: Efgani Dönmez soll vor einem Wechsel zur neuen ÖVP von Sebastian Kurz stehen. Der Ex-Grüne bestätigte das Interesse.

Schon Mitte Mai sickerten Gerüchte, der neue VP-Chef habe Efgani Dönmez ein Angebot für die Kandidatur auf der "Liste Kurz" gemacht. Im damaligen "Heute"-Gespräch wollte das der langjährige Grünpolitiker aber nicht so bestätigen. Es habe "Signale, ob?s passt", gegeben, sagte er damals, aber noch nichts "ganz konkretes". Er sei aber gerne bereit, sich mit seinen Kompetenzen einzubringen – "wenn gewünscht".

Nun dürfte dieser Schritt unmittelbar bevorstehen: Dönmez habe das Interesse seitens der mittlerweile türkisen Schwarzen bestätigt, vermeldete der "Standard" heute. Ein konkretes Angebot, wie zuvor von den "Oberösterreichischen Nachrichten" kolportiert, gebe es aber noch nicht.

Auffallend gutes Verhältnis

Dönmez? Kontakt zu Kurz hat sich auch durch seine Funktion als Integrationsbotschafter ergeben. Zuletzt war er bei einem gemeinsamen Schulbesuch in Linz in dieser Funktion aufgetreten. Schon damals auffällig: der gute Draht der beiden zueinander. Dieser wird auch von Kennern der Person Kurz bestätigt.

Politisch groß geworden ist der 40-jährige bei den Grünen, wo er es bis zum Bundesrat brachte. Immer wieder scheute er sich nicht, auch die Parteispitze zu kritisieren. 2015 nominierte ihn die Partei dann nicht mehr für den Bundesrat. "Querdenker sind in den eigenen Reihen unerwünscht", kommentierte er das damals.

Bei Grünen ausgetreten

Vor allem in der Causa rund um Wahlkampf-Auftritte von Türken-Präsident Erdogan und die austro-türkischen Doppelstaatsbürger kritisierte der gebürtige Türke (kam 1976 nach Österreich) sein Herkunftsland heftig. Ebenfalls von der Partei nicht gerne gesehen: Im Oktober 2016 lud Dönmez den Sprecher der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ), Martin Sellner, in der Talkshow Talk im Hangar-7 ein, mit ihm ein Flüchtlingsheim zu besuchen. Dieser Besuch wurde ihm aber jetzt vom zuständigen oberösterreichischen Landesrat Rudi Anschober – einem Grünen – untersagt. Dönmez? Reaktion heute: Er erklärte seinen sofortigen Austritt aus der Partei. Die Grünen würden „immer mehr zu einer Sekte", kritisierte er im "Standard".

(uha)

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