Überraschende Einsichten

Scheidungsanwältin im ORF: "So wichtig ist Treue nicht"

Juristin Helene Klaar verrät am 3. März im Podcast zu "Liebesg’schichten und Heiratssachen", worauf es wirklich in einer guten Ehe ankommt.
Heute Entertainment
02.03.2026, 15:32
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Kaum ein Name fällt in Wien so oft, wenn Ehepaare sich trennen: Die renommierte Scheidungsanwältin Helene Klaar spricht in der neuen Folge von "Liebesg’schichten und Heiratssachen" mit TV-Kupplerin Nina Horowitz am 3. März (ORF1, 23.55 Uhr) über Untreue, Machtkämpfe, große Gefühle und Kränkungen.

Nach 50 Jahren im Amt hat sie schon mehrere tausend Ehen geschieden. "Ich weise gerne darauf hin, dass das Wort Liebe im Ehevertrag nicht vorkommt. Für meinen Beruf ist die Liebe überhaupt kein Thema." Die schlagfertige Juristin betont aber: "Eine gewisse Zuneigung und körperliche Anziehung ist Grundvoraussetzung. Es darf einem halt vor dem anderen nicht grausen."

"Es darf einem nicht grausen"

Ihr Erfahrung nach "neigen gerade Frauen dazu, über Fehler des Mannes hinwegzusehen. Einerseits in der falschen Erwartung, sie werden sich daran gewöhnen und in der noch falscheren Erwartung, er wird sich’s abgewöhnen." Klaar selbst ist seit bald 50 Jahren mit ihrem Mann verheiratet. "Es war fast Liebe auf den ersten Blick", als sie sich als Studenten in einem Lokal begegneten, verrät sie. "In seinem Blick lag schon Bewunderung. Da hat’s in meinem linken Ohr geklingelt."

Betrogen haben sich beide nie, allerdings nicht aus Überzeugung, sagt die "Alt-68erin" ehrlich. "Wir arbeiten beide sehr viel und haben wenig Zeit für einen Seitensprung. Mir war meine Freizeit immer zu kostbar, um sie nicht mit meinem Mann zu verbringen."

"Unbedingt diskret mit Liebschaften sein"

Treue hält die Scheidungsanwältin überhaupt für überbewertet. "Ich staune darüber, dass gerade Klientinnen die Verletzung der sexuellen Treue so trifft, da kann der Mann noch so ekelhaft zu ihnen sein. So wichtig ist das eigentlich gar nicht", findet sie. "Ein Mann, der ein Verhältnis hat, von dem die Frau nichts weiß, aber sich eine Pflegefreistellung nimmt, wenn das Kind krank ist, ist mir sympathischer, als einer, den keine Frau anschaut, aber mit dem Koffer zur Mutti zieht, um sich nicht anzustecken."

Im Gespräch mit Horowitz sagt sie außerdem: "Ich habe sehr viele Klientinnen, die das hinnehmen, wenn der Mann fremdgeht, wenn sonst alles funktioniert. Ich gebe denen Recht." Dennoch sei es wichtig, das nicht offen zu tun. "Man sollte unbedingt diskret mit Liebschaften sein. Wenn man die Ehe fortsetzen will, muss man dem Anderen nicht überflüssige Kränkungen zufügen."

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