Politik

Schelling aus dem Rennen um den Eurogruppen-Chef

Die Europäische Volkspartei stellt keinen Kandidaten für den Chef der Eurogruppe. Damit geht für Finanzminister Schelling ein Top-EU-Job flöten.
Heute Redaktion
13.09.2021, 22:22

Aus für Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP): Die Europäische Volkspartei (EVP) schickt offiziell keinen Kandidaten für die Nachfolge des niederländischen Sozialdemokraten Jeroen Dijsselbloem als Vorsitzender der Eurogruppe ins Rennen. Die Entscheidung sei bei einer Telefonkonferenz gefallen, hieß es am Mittwoch aus EVP-Kreisen.

"Hat nichts mit Qualifikation zu tun"

Zuvor hatte schon der EU-Kommissar und Vizechef der Europäischen Volkspartei (EVP), Johannes Hahn (ÖVP), vor österreichischen Journalisten in Brüssel erklärt, er gehe nicht davon aus, dass die EVP einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken werde. Das habe nichts mit Qualifikationen zu tun, betonte Hahn vor Journalisten und fügte hinzu: "Aus österreichischer Sicht wäre es sicher toll, wenn wir den Vorsitzenden stellen könnten."

"Übergeordnete Sichtweise"

Allerdings gebe es eine "übergeordnete Sichtweise", gab Hahn zu Bedenken. Die EVP stelle bereits die Präsidenten der EU-Kommission, des EU-Rats und des EU-Parlaments - und damit drei von den fünf führenden EU-Jobs. Hier sei eine "gewisse Balance" wichtig, um auf europäischer Ebene etwas zu erreichen, sagte Hahn.

Die Wahl des Eurogruppenchefs ist für das Treffen der Euro-Finanzminister am kommenden Montag, den 4. Dezember, geplant.

Weg frei für Josef Moser?

Die Nichtberufung von Schelling könnte innenpolitische Wellen schlagen. Der Eurogruppenvorsitz war ein Argument, Schelling als Finanzminister zu halten. Da der Spitzenjob nicht mehr zur Verfügung steht, könnte ÖVP-Chef Sebastian Kurz jetzt andere Kandidaten zum Zug kommen lassen – zum Beispiel Ex-Rechnungshof-Chef Josef Moser, der unter blauer Fahne segelt.

(GP)

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