Am Montagabend wird über die Zukunft von Christian Schicker bei Hoffenheim entschieden. Der Sport-Geschäftsführer steht wohl kurz vor der Entmachtung, obwohl sich die TSG seit Wochen im Höhenflug befindet – und die Arbeit des österreichischen Sport-Bosses fruchtet.
Aber: Der 39-Jährige kann auf die Rückendeckung der Mannschaft sowie von Trainer Christian Ilzer zählen. Nach der 1:5-Klatsche bei den Bayern sendeten sie eine klare "Message". Selbst der umstrittene Mäzen Dietmar Hopp reagierte fassungslos auf das Chaos bei seinem Klub.
Ilzer ließ nach dem Spiel am Sonntagabend erneut seine Zukunft im Kraichgau offen. Ob er am Dienstag noch Trainer sei? "Das weiß man nie im Fußball, das geht immer schnell. Ich habe gesagt, es gibt eine Gesellschafterversammlung. Andi Schicker hat es als Kasperltheater bezeichnet – und ich glaube, damit ist auch alles gesagt", so der TSG-Coach.
Dann sprach der Österreicher auch noch eine Warnung an seinen Klub aus. "Wenn Dinge verändert werden, wenn Schlüsselpositionen verändert werden", ergänzte Ilzer, "muss jedem bewusst sein: Immer, wenn man fahrlässig mit verdienten Mitarbeitern umgeht, kann das einen Domino-Effekt auslösen."
Kapitän Oliver Baumann stellte sich demonstrativ auf Schickers Seite: "Wir sind total eng beisammen mit Chris, mit Andi und stehen da komplett dahinter." Auch Grischa Prömel betonte: "Wir würden uns sehr freuen, wenn wir den Weg weiter zusammen beschreiten, weil es einfach ein geiler Weg ist."
Selbst Geldgeber Hopp fehle "jegliches Verständnis", für die aktuellen Geschehnisse im Klub. Schicker habe "durch seine herausragende Arbeit eine Spitzenmannschaft geformt, die mich Woche für Woche begeistert und in ganz Fußball-Deutschland positiv wahrgenommen wird. Wie können wir den Erfolg unseres Klubs riskieren?"
Für Montagabend hat Christoph Henssler, der 29 Jahre alte Interims-Klubchef des Muttervereins mit Ultra-Vergangenheit, offenbar eine Gesellschafterversammlung einberufen. Spekuliert wird, dass Schicker als Geschäftsführer abberufen und zum Sportchef degradiert werden könnte. Für den 39 Jahre alten Österreicher ist dies aber keine Option. Schicker hatte vor dem Spiel von einem "Kasperltheater" gesprochen. "Ich kann nur sagen, dass ich gerne bleiben möchte. Definitiv in dieser Rolle." Man werde nun sehen, "wie das ausgeht".