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Schießerei in Rom: Täter wollte sich umbringen

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:58

Bei der Schießerei vor dem Regierungssitz in Rom handle es sich um die Tat eines Einzelnen. Der mutmaßliche Schütze habe am Samstag in Rom sechs Schüsse auf Carabinieri abgefeuert, um eine "aufsehenerregende Geste" zu setzen. Danach habe er sich das Leben nehmen wollen, sei aber festgenommen worden, berichtete der neue italienische Innenminister Angelino Alfano.

Bei der Schießerei vor dem Regierungssitz in Rom handle es sich um die Tat eines Einzelnen. Der mutmaßliche Schütze habe am Samstag in Rom sechs Schüsse auf Carabinieri abgefeuert, um eine "aufsehenerregende Geste" zu setzen. Danach habe er sich das Leben nehmen wollen, sei aber festgenommen worden, berichtete der neue italienische Innenminister Angelino Alfano.

Der Innenminister besuchte die beiden verletzten Carabinieri im Krankenhaus. Einer von ihnen ist am Hals getroffen worden. Sein Zustand sei zwar ernst, er schwebe jedoch nicht in Lebensgefahr, berichtete Alfano bei der ersten Ministersitzung der frisch angelobten Regierung. Der zweite Carabiniere sei mit Beinverletzungen davon gekommen. Eine schwangere Pannsatin erlitt einen Streifschuss.

Schütze festgenommen

Der mutmaßliche Schütze, der von den Sicherheitskräften festgenommen wurde, soll derzeit im Krankenhaus wegen Kopfverletzungen behandelt werden. Es handelt sich um einen aus Kalabrien stammenden 49-Jährigen, der seit Jahren im norditalienischen Piemont lebt.

Der Bruder des Verdächtigen erklärte in einem Fersehinterview, dass sein Bruder entgegen Polizeiberichten nicht geistig verwirrt sei. "Ich bin sprachlos, ich weiß nicht, was mit ihm passiert ist", erklärte er im Gespräch mit dem TV-Sender "TG Com 24". Auch die Ex-Frau des Verdächtigen zeigte sich erschüttert. "Ich kann nicht begreifen, warum er das gemacht hat", sagte sie.

Die Frau lebt seit drei Jahren vom mutmaßlichen Täter getrennt. Seit mehreren Monaten hatte sie zu ihm keinen Kontakt mehr. Der arbeitslose Verdächtige war nach der Trennung aus dem Piemont zu seinen Eltern in das süditalienische Kalabrien zurückgekehrt. Er weigerte sich bisher, auf Fragen der Sicherheitskräfte zu antworten.

Platz abgesperrt

Der Platz vor dem Regierungssitz, in dem das Kabinett um Enrico Letta nach der Vereidigung zur ersten Ministerratsitzung zusammenkommen muss, wurde geräumt. Hunderte Menschen, darunter viele Touristen, die auf die neuen Minister warteten, mussten den Platz verlassen.

Die Schießerei sorgte für dramatische Szenen auf der zentralen Piazza Colonna im Herzen der italienischen Hauptstadt, wo sich der Regierungssitz befindet. Auf dem Platz waren gegen 11.40 Uhr Hunderte Menschen. Nach der Vereidigung sollte um 13.00 Uhr im Regierungssitz die erste Ministersitzung stattfinden.

Minister schockiert

Die Tat überschattete auch die Vereidigungszeremonie im Quirinalspalast. Die neuen Minister, die nach der Angelobung von den Geschehnissen erfuhren, zeigten sich bestürzt. "Wir müssen erst begreifen, was passiert ist", sagte der neue Verteidigungsminister Mario Mauro.

Der festgenommene 49-jährige Schütze hatte rund 50 Schuss Munition bei sich. "Es hätte ein Massaker werden können", meinten Justizbeamte laut der Zeitung "Corriere della Sera". Mit seiner Pistole mit abgefeilter Registriernummer, Kaliber 7,65, gab Luigi Preiti sieben Schüsse ab. Weitere Projektile trug er in einem kleinen Koffer und in seinen Taschen.

Bei seiner Einvernahme durch die Behörden gab der Täter an, die Idee zu dem Anschlag sei ihm vor 20 Tagen gekommen. "Ich wollte die Politiker treffen, uns geht es schlecht und sie helfen uns nicht", erklärte der Mann. Nachdem er jedoch nicht an Politiker herankam, schoss er auf zwei Carabinieri und verletzte diese sowie eine schwangere Passantin. Einer der beiden Ordnungshüter wurde am Hals getroffen. Der 50-Jährige erlitt eine Rückenmarksverletzung und könnte gelähmt bleiben.

Täter sei ein "harmloser Mensch"

Dem Mann drohen bis zu zehn Jahren Haft. Der 49-Jährige verließ das Krankenhaus, in dem er wegen Verletzungen bei seiner Festnahme eingeliefert worden war, und befindet sich nun im römischen Gefängnis Rebibbia. "Als er von den Verletzten erfahren hat, hat er zu weinen begonnen und um Verzeihung gebeten", berichtete der Rechtsanwalt des geständigen Täters, Mauro Danielli.

Der Rechtsanwalt berichtete, dass der geschiedene und arbeitslose Täter seit mehreren Jahren an Depression litt. "Er war Opfer eines Wutausbruchs, er wollte eigentlich niemandem schaden. Er ist ein harmloser Mensch", versicherte der Rechtsanwalt. Die geschiedene Frau des Täters betonte, dass ihr Ex-Mann keineswegs geistesverwirrt sei, wie italienische Medien kurz nach der Schießerei vor dem Regierungssitz berichtet hatten. "Er war immer ein guter Vater", versicherte die Mutter eines elfjährigen Buben.

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