Das ägyptische Ligaspiel zwischen Ceramica Cleopatra und Al-Ahly (1:1) versank am Dienstag in einem handfesten Skandal – im wahrsten Sinne des Wortes. Und mittendrin: El-Shenawy, der Nationalteamtormann seines Landes.
Für Aufregung sorgte ein nicht gegebener Elfmeter für Al-Ahly in der Nachspielzeit. Nach dem Schlusspfiff bildete sich rund um den Unparteiischen dann eine Traube wild protestierender Al-Ahly-Spieler. Eigentlich hatten Ordner versucht, das Schiedsrichtergespann abzuschirmen und in die Kabine zu begleiten, doch Tormann El-Shenawy schaffte es an den Schiedsrichter heran und schlug diesem mit der flachen Hand auf den Rücken und den Hinterkopf.
Das blieb freilich nicht ungeahndet. Der ägyptische Teamspieler, der bereits 75 Mal für sein Land aufgelaufen war und auch dem jüngsten ägyptischen Kader angehörte, sah daraufhin die Rote Karte.
Auch die Liga griff jedenfalls durch und verhängte eine Sperre über den 37-Jährigen. El-Shenawy muss vier Spiele lang zuschauen und umgerechnet eine Geldbuße in der Höhe von 800 Euro zahlen – "wegen Körperverletzung des Schiedsrichters durch Schieben und Ziehen", heißt es in der Begründung.
Die Sperre kommt für den Tormann freilich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, schließlich geht es auch um Spielpraxis vor der Weltmeisterschaft in den USA, in Kanada und Mexiko. Dort wird El-Shenawy wohl als Teil des ägyptischen Kaders dabei sein. Beim Afrika Cup rund um den Jahreswechsel war er noch die ägyptische Nummer eins.