Politik

Unerwünschte Nachbarn: Wen wir alles ablehnen

Die Bertelsmann-Integrations-Studie erregte viel Aufsehen. Nirgends wird der Islam so sehr abgelehnt wie bei uns. Zumindest als direkter Nachbar.

Heute Redaktion
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Symbolbild eines Wiener Gemeindebaus.
Symbolbild eines Wiener Gemeindebaus.
Bild: Sabine Hertel

Die Bertelsmann-Studie hat 10.000 Menschen in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragt. Muslime und Nichtmuslime. So sollte die Integrationssituation von Muslime miteinander vergleichbar werden. Alle Ergebnisse hier.

Die Integrationssituation wird für Österreich als deutlich verbesserungswürdig eingestuft. Ein kurioses Ergebnis betrifft aber gar nicht so sehr die Muslime, sondern mehr den "Rest" der Österreicher.

Nachbarschaft

Die Studienautoren fragten nämlich auch nach der Ablehnung, die Muslimen im jeweiligen Land entgegengebracht wird. Österreich ist hier mit 28 Prozent absoluter Spitzenreiter. Fast ein Drittel möchte nicht neben Muslimen wohnen.

Die "Heute"-Leser sind da noch deutlicher (wenngleich die Ergebnisse keinesfalls wissenschaftlich valide sind): 75 Prozent lehnen Muslime als Nachbarn ab. (Stand: 13 Uhr, über 1.000 Teilnehmer).

Aber auch in ihrer Ablehnung gegen andere Personengruppen gewinnen die Österreicher den traurigen Vergleich. "Ich werde Ihnen eine Reihe verschiedener Personengruppen vorlesen. Bitte sagen Sie mir jeweils, welche Sie nicht gerne als Nachbarn hätten bzw. ob Ihnen dies egal ist", lautete die Frage.

Wir sind offenbar wählerische Nachbarn. Sechs der zehn genannten Personengruppen werden von mindestens jedem Zehnten abgelehnt.

Es sei dazugesagt: Der überwältigenden Mehrheit der Österreicher ist es vollkommen egal, wer nebenan wohnt. Trotzdem sind die Ablehnungswerte in Österreich zum Teil deutlich höher als in den anderen untersuchten Ländern.

Homosexuelle, Juden, Schwarze

Mehr als jeder zehnte Österreicher hat etwas dagegen, neben Homosexuellen zu wohnen. 12 Prozent lehnen dies ab. Das ist Spitzenwert, in den anderen Ländern liegen die Werte unter 10 Prozent.

Immerhin acht Prozent der Österreicher geben an, dass sie nicht gerne neben Juden wohnen möchten. Sieben Prozent der Schweizer sind derselben Meinung, in Deutschland sind es 5 Prozent und in Frankreich und England noch weniger.

Der Anteil an Menschen, die nicht neben Personen mit einer anderen Hautfarbe wohnen wollen, ist in Österreich doppelt so hoch wie in den anderen Ländern. Zehn Prozent lehnen das ab.

(red)