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Schlechteste Verkaufszahlen seit 23 Jahren

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:14

Aus Sicht der Automobilindustrie ist es ein schockierender Trend der sich abzeichnet. Im EU-Raum wurden im Jänner so wenig Fahrzeuge verkauft wie seit 23 Jahren nicht mehr. Und die Prognosen sehen alles andere als rosig aus.

1995 wechselten zuletzt so wenig Autos in einem Monat den Besitzer. Dies hat vor allem mit der Wirtschaftskrise zu tun. Konsumenten scheuen derzeit teure Anschaffungen wie Pkws. Und diejenigen, die geplant hatten, sich demnächst einen neuen fahrbaren Untersatz zu leisten, haben dies in der Zeit der Verschrottungsprämien gemacht. Mittlerweile sind die Fördertöpfe aufgebraucht und die Verkaufszahlen rasselten in den Keller.

Genau dies war aber auch von sämtlichen Experten prognostiziert worden, die Politik entschied sich dennoch für diese kurzfristige und nicht nachhaltige Geldspritze. Das Resultat bekommt man jetzt serviert. Die Autokonzerne haben die kurze Zeit nicht genutzt, um wirtschaftlicher zu arbeiten. Werksschließungen wurden durch die Verschrottungsprämie nicht verhindert, sondern nur herausgezögert.

Deshalb sollte man auch vorsichtig mit den Prognosen sein, die von den Konzernen kommen. Diese glauben, dass es in zwei bis vier Jahren wieder bergauf geht. In diesem Jahr wird mit einem Rückgang der Verkäufe zwischen drei und fünf (Konzernangaben) bzw. zwei und zehn Prozent (Investoren) gerechnet. Besonders leiden Klein- und Mittelklassehersteller wie Opel, Peugeot, Citroen und Fiat. Luxus-Marken wie Mercedes, BMW und Audi machen ihr größtes Geschäft ohnehin in China und den USA, wo die Verkaufszahlen nach wie vor wachsen.

In Österreich ticken die Uhren wie immer anders. Es ist eines der wenigen EU-Länder, in dem im Jänner 2013 mehr (3,49% oder 935 Pkw) Autos verkauft wurden als im gleichen Monat 2012. Dass dieser Trend aber nicht ewig so weitergehen wird und auch Österreich sich dem allgemeinen EU-Trend anschließen wird, ist nur eine Frage der Zeit. Erfreulich ist die aktuelle Situation für jene, die sich überlegen einen Neuwagen zu kaufen. In den kommenden Jahren wird es wohl auch in Österreich zu Rabattschlachten kommen.

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