Schluss mit lustig! Warum wir trotzdem weiterspielen

"Heute"-Redakteurin Sandra Kartik über Corona-Sorgen von Eltern.
"Heute"-Redakteurin Sandra Kartik über Corona-Sorgen von Eltern.Bild: heute.at
"Heute"-Redakteurin Sandra Kartik über die Corona-Sorgen von Eltern.
Schulen, Kindergärten und Museen waren erst der Anfang. Nun müssen auch Spiel- und Sportplätze dran glauben. Angesichts der rasanten Ausbreitung von Covid-19 ist es nur konsequent, diese letzten Inseln der unbeschwerten Kindheit zu Gefahrenzonen zu erklären und bis auf Weiteres zu sperren. Gut fühlt sich das überhaupt nicht an, richtig aber schon. Facebook sah diesen nächsten Einschnitt in unseren Alltag schon vor der offiziellen Erklärung des Kanzlers voraus: Konsequente Mütter predigen das Meiden von potenziell ansteckenden Rutschen und Schaukeln schon seit Tagen.

Corona ist kein Spiel

"Dieses blöde Corona verdirbt uns jeden Spaß!", platzt es aus meinem Sechsjährigen frustriert heraus. Es ist Sonntag, die Sonne scheint, wir haben Zeit, und es würde der ganzen Familie auch nervlich gut tun, ein bisschen rauszugehen. Die Runde mit dem Roller auf der Skaterbahn ist aber trotzdem abgesagt. Das Klettergerüst ist ebenfalls tabu. Treffen mit handverlesenen Freunden, die man in den letzten Tagen noch mit vorsichtigem Abstand, aber dennoch getroffen hat, sind bis auf Weiteres abgesagt. An keinem Ort sollen sich mehr als fünf Menschen aufhalten. Ich verstehe den Grant meines Sohnes. Frag mich mal, will ich ihm antworten. Doch viel mehr noch als fleischgewordene Augenroll-Emojis machen wir Eltern uns derzeit größte Sorgen. Wir haben Angst um unsere Liebsten, wir wollen sie beschützen, die Kleinen und die Älteren. Uns selbst natürlich auch, sonst funktioniert gar nichts mehr. Gesund bleiben um jeden Preis. Deshalb werden Omas und Opas auch nicht mehr besucht. Wir videotelefonieren und vermissen uns jetzt schon. Aber es muss sein.

Not macht erfinderisch

Wir schalten jetzt auf den Ausnahme-Modus um. Das passiert zum Glück ganz automatisch und hilft uns durch diese unwirkliche Zeit. Wir können nicht in den Park gehen? Dann machen wir vielleicht auf YouTube Yoga mit Kind. Die Verlegenheitslösung macht sogar überraschend Spaß und beruhigt den Geist. Wir brauchen mal eine Minute für uns, haben aber kein Palais als Wohnung? Das Badezimmer bietet plötzlich ungeahnte Möglichkeiten: Ob als Spielwelt für die Kinder oder als Rückzugsort für uns, zumindest für eine Viertelstunde Verschnaufen. Not macht erfinderisch, das ist jetzt schon deutlich spürbar. Diesen Spirit müssen wir auch dann noch beibehalten, wenn der Schul-Shutdown schon mehrere Wochen geht und wir uns um unsere finanzielle Zukunft sorgen müssen. Auch ein Glas Wein zum Essen ist jetzt kein abwegiger Gedanke. Alles, was hilft, ist gut. Irgendwann ist das vorbei. Es muss. Und derweil haben wir unsere Liebsten so nah bei uns, wie es nur geht.

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