Durchbruch in der Medizin

Schneckengift macht Hoffnung auf neue Schmerzmittel

Forscher der MedUni Wien haben ein Peptid aus dem Gift einer Kegelschnecke untersucht, das in Tierversuchen Schmerzen lindern konnte.
Newsdesk Heute
21.07.2026, 14:08
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Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Medizinischen Universität Wien hat ein natürliches Peptid aus dem Gift der Kegelschnecke "Conus araneosus" genauer untersucht. Die Ergebnisse wurden nun im renommierten Fachjournal "Nature Structural and Molecular Biology" veröffentlicht.

Im Tiermodell verringerte der Wirkstoff mit dem Namen AoIA entzündungsbedingte Schmerzen deutlich – und das bereits nach einer Injektion unter die Haut.

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Großer Vorteil gegenüber bisherigen Wirkstoffen

Das Besondere: Bisher bekannte Kegelschnecken-Peptide müssen direkt in die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit verabreicht werden. Das neu untersuchte Peptid entfaltet seine Wirkung hingegen bereits nach einer gewöhnlichen Injektion unter die Haut. Das würde eine mögliche spätere Anwendung deutlich vereinfachen.

Körpereigene Schmerzhemmung wird unterstützt

Die Forscher konnten zeigen, dass AoIA gezielt den sogenannten Noradrenalin-Transporter hemmt. Dadurch werden körpereigene Mechanismen zur Schmerzhemmung unterstützt.

Mithilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie gelang es dem Team außerdem erstmals, die dreidimensionale Struktur des menschlichen Noradrenalin-Transporters im Zusammenspiel mit dem Peptid sichtbar zu machen. So konnten die Wissenschafter genau nachvollziehen, wie der Wirkstoff an den Transporter bindet.

Keine Wirkung wie Opioide

Weitere Untersuchungen ergaben, dass AoIA nicht an Opioidrezeptoren wirkt. Im Mausmodell linderte das Peptid entzündungsbedingte Schmerzen, zeigte jedoch keine Wirkung bei akuten Schmerzreizen. Gleichzeitig fanden die Forscher keine Hinweise auf Sedierung oder eine eingeschränkte Bewegungskoordination.

Noch sind weitere Studien nötig

Studienleiter Harald Sitte sieht in den Ergebnissen eine wichtige Grundlage für neue Schmerzmedikamente. Bis zu einem möglichen Einsatz beim Menschen seien allerdings noch weitere präklinische und klinische Studien notwendig.

Kegelschneckengifte gelten seit Jahren als vielversprechende Quelle für neue Medikamente. Bereits heute ist ein aus einem Kegelschnecken-Peptid entwickelter Wirkstoff gegen chronische Schmerzen im Einsatz. Das nun untersuchte Peptid könnte diese Forschung einen entscheidenden Schritt voranbringen.

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