Winterstürme haben im August zu starken Schneefällen in der Atacama-Wüste im Norden Chiles geführt. Die Wüste gilt als eine der trockensten Regionen der Erde - mancherorts fällt jahrelang kein Niederschlag.
Satellitenbilder der US-Weltraumorganisation NASA zeigen, wie sich die Schneefläche nach zwei Stürmen von den Anden fast bis an die Pazifikküste ausgedehnt hat. Auf dem schneebedeckten Chajnantor-Plateau musste das große Radioteleskop Alma seinen Betrieb vorübergehend einstellen.
Der Niederschlag habe ein Ausmaß erreicht, das "in dieser ansonsten extrem trockenen Region selten zu beobachten ist", erklärt Atmosphärenforscher René Garreaud von der Universidad de Chile, wie es auf spiegel.de heißt.
Ursache für den ungewöhnlichen Schneefall ist ein sogenanntes abgeschnittenes Tiefdruckgebiet, das sich vom Jetstream gelöst hat. Begünstigt wurde das Ereignis durch das Wetterphänomen El Niño, das in diesem Jahr besonders stark ausfällt. Fachleute sprechen bereits von einem Super-El-Niño.
In manchen Gegenden fiel der Niederschlag auch als Regen. In der Hafenstadt Taltal fielen in nur drei Tagen fast 40 Millimeter - etwa das Zehnfache des Jahresdurchschnitts. In Teilen Nordchiles kam es zu Schlammlawinen und Sturzfluten mit Tausenden Betroffenen.