Drei Szenarien

Erste Wetter-Prognosen für Winter überraschen alle

Super-El-Niño sorgt bereits für Spekulationen über einen Jahrhundert-Winter. Doch für Europa sind vor allem Jetstream und Polarwirbel entscheidend.
André Wilding
27.08.2026, 11:30
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Eisige Kälte und jede Menge Schnee oder doch Regen, Sturm und milde Temperaturen? Noch ist völlig offen, was der kommende Winter bringt. Drei sehr unterschiedliche Szenarien stehen im Raum.

Auslöser für die aktuellen Spekulationen ist eine besonders starke El-Niño-Phase im tropischen Pazifik. Das Wasser ist dort stellenweise mehr als zweieinhalb Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. In der Fachwelt ist bereits von einem "Super-El-Niño" die Rede.

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Das Wetterphänomen kann weltweit erhebliche Auswirkungen haben. In Australien kann es Dürren begünstigen, in Südamerika Überschwemmungen. Auch extreme Hitze kann damit einhergehen. Für Europa lässt sich daraus allerdings nicht einfach ein besonders kalter Winter ableiten.

El Niño entscheidet nicht über unseren Winter

Anders als in anderen Teilen der Welt wirkt sich El Niño auf Europa nur indirekt aus. Entscheidend für das Winterwetter sind hier vor allem die Entwicklungen über dem Nordatlantik sowie Jetstream und Polarwirbel über der Arktis.

Dass ein besonders kräftiger El Niño automatisch einen eisigen Winter bringt, zeigt auch die Vergangenheit nicht. Beim bisher stärksten Super-El-Niño 1997/98 erlebte etwa Deutschland sogar einen der mildesten Winter. Ein Jahrhundertwinter ist daher keineswegs vorprogrammiert.

Sturm, mildes Wetter oder doch Schnee?

Für den kommenden Winter werden drei mögliche Entwicklungen beschrieben. Bei einem Szenario dominieren milde und nasse Bedingungen. Tiefdruckgebiete könnten dabei immer wieder für Sturm bis hin zu Orkanböen sorgen. Auch die Hochwassergefahr könnte steigen.

Eine zweite Möglichkeit wäre ein Winter, wie er in den vergangenen Jahren häufiger vorkam: wechselhaft und mild, während Schnee in tieferen Lagen selten bleibt.

Das dritte Szenario dürfte vor allem Schneefans interessieren. Ein kräftiger El Niño kann Auswirkungen auf den Polarwirbel haben. Wird dieser geschwächt und instabil, kann kalte Polarluft weit nach Süden gelangen. Ein solcher Kälteeinbruch könnte vor allem im späteren Verlauf des Winters auftreten.

Milder Winter

Von den drei Varianten gilt ein durchgehend kalter und schneereicher Winter derzeit als die unwahrscheinlichste. Ein milder und stürmischer Verlauf erscheint wahrscheinlicher. Sicher vorhersagen lässt sich die Entwicklung allerdings noch nicht.

Ob tatsächlich ein Jahrhundertwinter droht, entscheidet sich also nicht allein über dem warmen Pazifik. In den kommenden Wochen wird vor allem die Entwicklung des Polarwirbels entscheidend sein.

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