Während der Sommer noch läuft, wird in den sozialen Medien bereits über einen möglichen Jahrhundertwinter diskutiert. Als Grund wird unter anderem ein besonders starkes El-Niño-Ereignis genannt. ORF-Meteorologe Sigi Fink warnt allerdings davor, solchen langfristigen Prognosen Glauben zu schenken.
"Es ist schon wieder so weit", beginnt Fink ein Video auf Facebook. Am 22. August gebe es nicht nur bereits erste Lebkuchen im Supermarkt, sondern auch schon Spekulationen darüber, was Österreich im kommenden Winter erwarten könnte.
Im Mittelpunkt steht dabei ein möglicher "Godzilla"-El-Niño, also ein besonders stark ausgeprägtes El-Niño-Ereignis.
Fink relativiert dessen Bedeutung für das heimische Winterwetter deutlich. El Niño beeinflusse vor allem das Wetter im südlichen Pazifik und in den angrenzenden Regionen.
"Für das Winterwetter in Österreich ist El-Niño sicher nicht entscheidend", stellt der Meteorologe klar.
Für die Entwicklung des Winters in Österreich seien vielmehr andere Faktoren von Bedeutung. Fink nennt etwa die Polarfront, das Kältereservoir am Nordpol sowie das warme Mittelmeer.
Vor allem der Zeitpunkt der vermeintlichen Winterprognosen stößt bei Fink auf Unverständnis. Ende August lasse sich schlicht noch nicht seriös vorhersagen, ob Österreich ein außergewöhnlicher Winter bevorsteht.
"Jetzt schon über den Jahrhundertwinter zu sprechen ist kompletter 'Schmonzens', bitte glaubt‘s solche Nachrichten nicht", sagt Fink.
Der Meteorologe räumt ein, selbst bereits versucht zu haben, einen gesamten Winter langfristig vorherzusagen. Sein Fazit fällt ernüchternd aus: "und es geht nur in die Hose". Solche Vorhersagen seien vergleichbar mit dem Werfen einer Münze.
Statistisch betrachtet seien die Winter in Mitteleuropa heute nicht mehr mit jenen früherer Jahrzehnte mit Rekordschneehöhen vergleichbar. Ausnahmen seien aber weiterhin möglich.
Ob Österreich tatsächlich ein außergewöhnlich schneereicher Winter bevorsteht, lässt sich derzeit nicht sagen. Fink hält jedenfalls fest: "Ausnahmefälle können auch in Nicht-El-Niño-Jahren vorkommen."