Niederösterreich

Schneebrett reißt Bergsteiger (40) mit in die Tiefe

Unglück am Schneeberg: Ein Schneebrett löste sich in der Roten-Schütt-Flanke und riss einen 40-jährigen Wiener rund 70 Meter mit in die Tiefe.
Erich Wessely
27.12.2020, 20:42

Fordernder Einsatz für die Bergrettung am Sonntag: Gegen die Mittagszeit waren die Bergrettungsortsstellen Puchberg und Grünberg am Schneeberg auf die Breite Ries/Rote-Schütt-Flanke am Schneeberg gerufen worden, wo zwei Wiener (31 und 40) bei widrigen Wetterbedingungen aufgestiegen waren.

Schneebrett löste sich

Trotz äußerst geringer Lawinengefahr – Lawinenwarnstufe 1 – hatte sich ein kleines Schneebrett in der Roten-Schütt-Flanke gelöst, das von einer kleinen Schneeverfrachtung am darüber gelegenen Kamm stammte. Es riss laut Bergrettungsdienst NÖ/Wien den 40-jährigen Bergsteiger rund 70 Meter mit in die Tiefe. Der gut ausgerüstete und ausgebildete Freizeitsportler erlitt mehrere Blessuren am ganzen Körper – mit Verdacht auf eine schwere Beckenverletzung. Sein jüngerer Kamerad alarmierte sofort den Bergrettungsnotruf 140. Der rasch eintreffende Voraustrupp der Bergrettung stieg von der nahegelegenen Bürkle-Bergrettungshütte zum Verletzten auf.

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Die Bergrettung mit dem Verletzten
Bergrettungsdienst NÖ/Wien

Aufgrund des starken Windes – bis zu 100 km/h – wurde der Aufstieg massiv erschwert. Neben den beiden Bergrettungsortsstellen, die in Summe mit 25 Bergrettern vor Ort waren, wurde wie berichtet auch der Notarzthubschrauber "Christophorus 3" alarmiert, der aufgrund starker Windböen keine Bergung durchführen konnte. Er landete deshalb in Schneebergdörfl und die Einsatzmannschaft inklusive Alpinpolizei stieg zu Fuß zum Unfallort auf. Die Bergung erfolgte terrestrisch: Nach der Patienten-Erstversorgung wurde der Mann mittels Gebirgstrage ins Tal gebracht und von dort weiter ins Krankenhaus. Der schwierige Einsatz konnte gegen 16.30 Uhr beendet werden.

Appell der Bergrettung

"Wir wünschen dem Verletzten alles Gute und eine rasche Genesung. Die Bergrettung NÖ/Wien weist darauf hin, dass auch bei geringer Lawinenwarnstufe bereits aufgrund kleinerer Verfrachtungen und entsprechender Wetterfaktoren Schneebretter abgehen können, die für unsere Sportler/innen eine Gefahr darstellen. Der Appell lautet daher sich, erstens, auf den Websites des Lawinenwarndienstes und der Bergrettung NÖ/W vorab zu informieren und, zweitens, Topographie und Schnee- sowie Wetterfaktoren auch während der Tour im Auge zu behalten", heißt es seitens der Bergrettung.