Venedig-Profi Schnegg: "Mit Fähre zu den Heimspielen"

Venedig-Legionär Schnegg (r.) und Model Theopisti Pourliotopoulou
Venedig-Legionär Schnegg (r.) und Model Theopisti PourliotopoulouImago
Nicht nur Marko Arnautovic, auch David Schnegg verdient sein Geld in der Serie A. "Heute" bat den 22-jährigen Venedig-Legionär zum Interview.

David Schnegg lebt seinen Traum. Oder auch nicht. Denn dass er eines Tages in der Serie A sein Geld verdienen würde, sich mit Superstars wie Zlatan Ibrahimovic und Franck Ribery messen darf, stand nie auf der To-Do-Liste des 22-Jährigen.

Seit diesem Sommer ist es dennoch Realität. Schnegg kickt bei Venezia Calcio. Beinahe unabsichtlich. Der Tiroler schlug die etwas andere Laufbahn ein. In jungen Jahren hatte er genug von Fußball, brach die Akademie ab, absolvierte eine Maler-Lehre, genoss das Teenager-Leben, spielte zum Spaß in Liga fünf weiter. Aber: Fürs Hobby-Kicken war er offenbar zu talentiert. Thomas Silberberger holte den Sergio-Ramos-Fan vor drei Jahren zu Wattens. Nach Zwischenstationen bei Liefering, dem LASK und den OÖ Juniors landete er wieder bei der WSG – und nach einer starken Saison in Venedig.

"Es ist ein riesiges Erlebnis, aber ich sehe es mit anderen Augen. Weil ich eben nie den Plan hatte, Profi zu werden", erzählt Schnegg im "Heute"-Interview. Jetzt, wo er es dennoch ist, genießt er es auch. "Es ist hier natürlich ganz anders als in Tirol. Ich kann jeden Tag mit kurzer Hose rausgehen, das ist sehr angenehm", grinst Schnegg.

Sportlich fiel die Umstellung freilich schwerer. "Die Trainings dauern hier drei Stunden, alles ist auf Taktik bezogen. Es ist ein ganz anderer Fußball. In den ersten drei Wochen habe ich mehr an Taktik gearbeitet, als in drei Jahren in Österreich. Aber ich merke, ich bin wirklich gut dabei."

Ein wahres Highlight ist das Heim-Trikot von Venezia. Das schwarze Shirt mit goldenen Sternen wurde zum schönsten der Serie A gekürt, ist vielerorts ausverkauft. "Es ist wirklich jeder begeistert, nur die eigenen Fans nicht", sagt Schnegg. "Sie meinen, die Klubfarben werden zu wenig berücksichtigt. Ich habe jedenfalls schon viele Anfragen bekommen." Den Hype verdankt man freilich auch der geschickten Werbe-Kampagne. Das griechische Model Theopisti Pourliotopoulou setzt die Arbeitskleidung in mehreren Foto-Shootings extravagant in Szene. 

Über die Stadt Venedig kann Schnegg kurioserweise wenig erzählen. "Ich wohne im Vorort Mestre. In Venedig selbst lebt nur ein Spieler – und der ist dort aufgewachsen. Ich hatte noch nicht oft Zeit für Sightseeing. Mir ist aber aufgefallen, dass es keine Supermärkte gibt." Spannend ist die Anreise zum Stadion. "Es ist nur mit einer Fähre zu erreichen." 

"Schade um Spiel gegen Ronaldo"

Mit Michael Svoboda spielt bei Venedig ein weiterer Österreicher. Die meisten Schlagzeilen gehören aber freilich Bologna-Legionär Marko Arnautovic. Ein Umstand, der Schnegg nicht stört. "Ich muss gestehen, ich lese generell keine Sportnachrichten, auch nicht über mich. Ich blende das komplett aus. Ich habe auch zwei Handys, eines ohne Instagram und dem ganzen Zeug – nur meine Familie und Freunde haben die Nummer."

Eine Tatsache wurmt Schnegg: "Dass Cristiano Ronaldo von Juve zu Manchester gegangen ist. Extrem schade, denn gegen ihn hätte ich schon gerne mal gespielt. Er war immer ein Idol."

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