Schock am Laufsteg: "Damit wird Suizid romantisiert"

Diese Kette von Givnechy-Designer Matthew M. Williams sorgt derzeit im Netz für Aufregung.
Diese Kette von Givnechy-Designer Matthew M. Williams sorgt derzeit im Netz für Aufregung.REUTERS
Ein Galgen als Accessoire. Damit trat das französische Givenchy bei der Pariser Fashion Week einen regelrechten Shitstorm los.

Die Pariser Fashion Week hat es dieses Mal in sich: Nachdem Balenciaga den gesamte Modezirkus mit viel Humor durch den Kakao zog, sorgt jetzt Givenchy für Gesprächsstoff der anderen Art. Das französische Modehaus zeigte in seiner Präsentation für den Frühling 2022 eine Kette, die aussieht wie ein Galgen.

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Schon Burberry musste sich entschuldigen

Givenchy ist nicht das erste Modehaus, das einen Entwurf in diese Richtung zeigt: Schon 2019 musste sich Burberry entschuldigen, weil das britische Luxuslabel einen Pullover zeigte, dessen Bändel an einen Galgen erinnern sollte. Gelernt hat die Modewelt davon nichts, wie auch der Mode-Watchblog "Diet Prada" schreibt: "Man würde meinen, die Modeindustrie hätte nach dem ganzen Burberry-Galgen-Debakel gelernt, dass man keine Teile, die an Galgen erinnern, um die Hälse von Models hängt."

"Wie konnten das vor dieser Show verschiedene Leute gutheißen und denken, das sei okay?", fragt sich eine Userin auf Instagram. Ein anderer schreibt: "Sie tun das nur, weil News-Seiten darüber schreiben. Keine Ahnung, wieso wir diese Strategie nicht schon alle längst durchschaut haben."

"Damit wird Suizid in der Mode romantisiert."

"Damit wird Suizid in der Mode romantisiert. Diese Kette wurde bestimmt nicht kreiert, um Menschen auf das Thema zu sensibilisieren", wird ebenfalls kommentiert.

Auch auf Twitter können die meisten der Kette nichts abgewinnen: "Givenchy, nein. Burberry hat das schon einmal in 2019 vermasselt und es ist vor allem aktuell nicht die beste Idee, einen Galgen als Motiv zu verwenden." Damit könnte die Twitter-Nutzerin etwa auf die Hinrichtungen der Taliban anspielen, die sich in Afghanistan ereignet haben.

Nur ein Kabel

Derweil sehen andere keinen Grund für einen Shitstorm. Eine Nutzerin kommentiert unter dem Post: "Kunst soll Reaktionen provozieren. Ihr alle seid so empfindlich, wenn es einmal darum geht, Grenzen zu verschieben." Auch bei anderen kommt der Entwurf durchwegs positiv an: "Ich mag es. Es ist ja nicht ihre Absicht, jemandem damit weh zu tun. Es ist nur ein Kabel."

Tatsächlich bediente sich Designer Matthew M. Williams in seiner neuen Kollektion auch anderen Gebrauchsgegenständen als Accessoires, darunter ein Vorhängeschloss und Sägeketten.

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