Life

Schock-Bilder: Trafikanten steigen auf Barrikaden

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:55

Ab Montag kämpfen Österreichs Tabakhändler drei Tage lang mit Schock-Bildern gegen eine geplante EU-Tabak-Richtlinie, laut der eben solche Bilder auf Zigarettenpackerln kommen sollen. Das EU-Parlament stimmt im September darüber ab.

Bilder von Krebs-Tumoren, unterentwickelten Babys, oder verfaulenden Füßen: Solche Fotos sind seit 2012 auf Zigarettenpackungen in fünf EU-Ländern sowie in Australien zu sehen, und sollen vor allem Jugendliche davon abhalten, zur Zigarette zu greifen.

Weil solche Bilder nun auch auf österreichische Packerln kommen sollen, greift der Verband der Zigarren- und Pfeifenhändler Österreichs den EU-Plänen vor und verteilt 1,7 Millionen solcher Schock-Bilder an die Tabakhändler, um zu demonstieren, dass diese Bilder unwirksam sind.

Protestmails an Politiker

Konkret werden ab Montag in einer österreichweiten Aktion die Schockbilder in den Verkaufsregalen vor den Zigarettenpackungen aufgestellt. Die Bilder sind mit dem Text versehen: "Nur noch hier finden Sie künftig das Design Ihrer Marke". Dazu gibt es Unterschriftenbögen, über die Raucher gegen die geplante Bvormundung protestieren sollen.

Ähnlich reagierten bereits die Initiatoren der Initiative " auf diverse Warnhinweise. "Warnhinweise machen die Menschen nicht klüger, sondern trauriger", meint der Philosoph Robert Pfaller, der Respekt vor der Mündigkeit der Bürger einfordert. "Wir wehren uns gegen die Bevormundung aus Brüssel. Alles sollen sie uns nicht vorschreiben dürfen. Wir sind erwachsen und sollten tun dürfen, was wir wollen", ärgert sich der burgenländische Trafikant Johann L. im "Heute.at"-Talk.

Verbot für Inhaltsstoffe

Angesichts Hunderttausender Menschen, die jährlich in der EU an den Folgen des Tabakkonsums sterben, haben sich die EU-Gesundheitsminister bereits im Juni auf eine verschärfte Tabak-Richtlinie geeinigt. Nach dieser Richtlinie soll künftig auf Zigarettenpackungen verpflichtend mit Text und Schockbildern gewarnt werden. Bei den bisherigen Text-Warnhinweisen soll es, wie VP-EU-Parlamentarier Richard Seeber betont, zu einer "Abstumpfung" gekommen sein: "Aus diesem Grund sollen Fotos mit visuell abschreckender Wirkung verwendet werden."

Ebenso sollen geschmacksbestimmende Stoffe wie Menthol und Angaben wie "naturbelassen" verboten werden, da es sich hier nach Meinung von Experten um eine irreführende Werbung handelt.

Jetzt E-Paper lesen