Kampf den Radarfallen

Schon 11 Blitzer abgesägt – Polizei jagt den "Fleximan" 

Wer ist der Unbekannte, der den Radarfallen den Kampf angesagt hat? Eines ist klar: Die meisten Italiener feiern den "Robin Hood der Autofahrer".
20 Minuten
21.01.2024, 19:34
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Seit Mai hat er (oder auch sie) bereits elf Radarfallen in Norditalien manipuliert, neun davon in der Provinz Venetien, einen im Piemont, den letzten erst am 13. Jänner in der Lombardei, schreibt das Südtiroler Newsportal stol.it. Dabei sägt er mit Hilfe von Schläuchen die Stange ab, an der die Radarfalle befestigt ist, allerdings ohne die vorhandenen Stromkabel darin zu beschädigten. Dann legt "Fleximan", wie er jetzt sowohl in der Presse als auch den sozialen Medien genannt wird, die Radarfalle einfach auf den Boden.

Für seinen Vandalismus erntet der Unbekannte (oder die Gruppe) in den sozialen Medien wahnsinnig viel Zuspruch — man bekommt den Eindruck, ganz Italien verehre "Fleximan". "Es ist schade, dass es soweit kommen musste, aber wenn das Gesetz gegen die Bürger ist, so kommt das Gesetz der Straße zum Vorschein", schreibt ein Nutzer, der vom "Corriere della Sera" zitiert wird. Ein anderer sagt: "Nicht alle Helden tragen einen Mantel, manche haben Schläuche", schreibt ein anderer auf Facebook. Manche gehen noch weiter und wünschen sich, dass Fleximan auch heldenhafte Taten in ihrer Region vollbringt: "Komm in die Toskana!", "komm ins Piemont!" oder "komm zur Aurelia!".

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Verherrlichung einer Straftat

Marco Martani, Staatsanwalt von Treviso, findet die ganze Sache deutlich weniger bejubelnswert: "Das könnte die Verherrlichung eines Verbrechens darstellen. Hier handelt es sich um die Beschädigung von Eigentum, das dem öffentlichen Vertrauen ausgesetzt und für den öffentlichen Dienst bestimmt ist". Und weiter: "Das ist es, was Tausende von Menschen seit Tagen tun, wenn sie auf ihren Smartphone-Tastaturen tippen. Tausende", so Martani weiter. In Italien kann dies durchaus als Straftatbestand gelten — in der Regel aber nur bei der Verherrlichung wirklich schwerwiegender Straftatbestände.

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Die User scheint das wenig zu interessieren, sie zeigen sich weiter solidarisch mit dem Phantom: Manche bieten sogar an, für eine mögliche Strafe von Fleximan aufzukommen, solle er denn gefasst werden. Diese würde aber mit Sicherheit höher ausfallen, als eine Strafzettel für zu schnelles Fahren.

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