Schon 22 Tote bei Gefechten in Mazedonien

Die Gefechte in der mazedonischen Stadt Kumanovo an der Grenze zu Serbien und dem Kosovo zwischen der Polizei und einer bewaffneten Gruppe haben am Samstag und Sonntag bereits 22 Todesopfer gefordert. 37 Polizisten wurden außerdem verletzt.

 
Die genaue Zahl des Todesopfer ist noch unklar. Offiziellen Angaben zufolge sind bis Sonntagnachmittag 22 Menschen gestorben, darunter acht Polizisten. Die restlichen Toten sollen der angreifenden Gruppierung angehören. Medien berichten jedoch auch von zahlreichen Opfern unter der Zivilbevölkerung. 30 Personen wurden verhaftet.

Johannes Hahn "zutiefst besorgt"

EU-Erweiterungskommisar Johannes Hahn sagte, er sei "zutiefst besorgt" wegen der Situation in der Kumanovo. "Jede weitere Eskalation muss verhindert werden, nicht zuletzt im Interesse an der Gesamtstabilität dieses Landes", sagte der österreichische Politiker in einer Mitteilung.

"Gut bewaffnete Terroristen aus dem Nachbarland" sind am Samstag in der Früh in Mazedonien eingetroffen. Die 70 Mann große Gruppe habe sich mit der Unterstützung heimischer Albaner in der Region versteckt und dann Angriffe auf öffentliche Einrichtungen geplant. Auch eine Militärkaserne war unter den Anschlagszielen der Bewaffneten, wie Ivo Kotevski, der stellvertretende Innenminister von Mazedonien, am Samstag mitteilte.

Albanische Nationale Befreiungsarmee steckt dahinter

Am Samstagnachmittag erklärte sich dann die albanische Nationale Befreiungsarmee für die Tat in Kumanovo verantwortlich. Mitglieder hätten am Samstag Polizeibeamte attackiert, da diese seit Tagen "Terror auf die Zivilbevölkerung" ausübe, wie es in dem Statement heißt.

Schüsse und Brände

Augenzeugen berichteten von heftigem und mehrfachem Schusswechsel. Hubschrauber kreisen über die Kleinstadt und gepanzerte Fahrzeuge schotten den Ort völlig nach außen ab - es herrscht eine Ausgangssperre. Teilweise wurden Bewohner aus dem Kampfgebiet gebracht. Laut einer mazedonischen Tageszeitung, Utrinski vesnik, sollen auch Gebäude in Brand gesetzt worden sein. Die Randale sollen laut der Onlineausgabe in einer illegal gebauten städtischen Siedlung stattgefunden haben.

Serbien ist einsatzbereit

Die Kämpfe sorgen auch bei Mazedoniens Nachbarn in Serbien für Unruhe. Belgrad entsandte am Samstag Polizeikräfte in die serbische Grenzregion zu Mazedonien. An der Grenze wurden 450 Kärfte der serbischen Sonderpolizeieinheit platziert.

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