Schon 73 Menschen sind 2016 wegen Selfies gestorben

Bild: Niels Harlaar / EyeEm (EyeEm)

Im laufenden Jahr sind schon fast fünfmal mehr Personen wegen Selfies ums Leben gekommen als noch vor zwei Jahren. Eine neue App soll das nun ändern.

Für ein vermeintlich spektakuläres Foto setzen sich gewisse Leute äußerst brenzligen Situationen aus: Diesen Sommer zum Beispiel ist ein deutscher Tourist bei den Inka-Ruinen von Machu Picchu in den Tod gestürzt. Er war über eine Absperrung geklettert und hat darauf den Halt verloren. 

Insgesamt kam es in den letzten Jahren zu 127 aufgezeichneten Selfie-Todesfällen, wie Wissenschaftler der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh herausgefunden haben. Laut Studienleiter Hemank Lamba sind allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2016 73 Personen beim Selfie machen ums Leben gekommen. 2015 starben 39 Menschen, 2014 waren es noch 15. 
App erkennt riskante Sujets 

In den meisten Fällen stürzten die "Fotografen" aus großer Höhe ab, berichten die Forscher. In Indien standen die aufgezeichneten Todesfälle meist im Zusammenhang mit Zügen. "Das gemeinsame Posieren auf Gleisen ist romantisch und symbolisiert in Indien eine lange Freundschaft", sagt Lamba gegenüber BBC. In den USA und in Russland waren Waffen die häufigste Todesursache bei den Verunfallten, wie die Analyse der Forscher ergab.

Hemank Lamba und sein Team entwickeln derzeit eine App, die abenteuerlustige Selfie-Knipser künftig vor Gefahren warnen soll. Die App soll in der Lage sein, gefährliche Sujets anhand von GPS-Daten und Bilderkennung ausfindig zu machen und die Nutzer zu warnen. In einem Testlauf mit 3000 Selfies erkannte Lambas Algorithmus riskante Situationen mit einer Trefferquote von über 70 Prozent. 

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