Auf der schottischen Insel Papa Stronsay hat die traditionalistische Gemeinschaft "Sons of the Most Holy Redeemer", auch als Transalpine Redemptoristen bekannt, eine nicht genehmigte Bischofsweihe abgehalten. Die Zeremonie fand am vergangenen Samstag im Kloster der Gemeinschaft statt und wurde auch online übertragen. Zum Bischof geweiht wurde der Ordenspriester und Klostervorsteher Father Michael Mary.
Die Weihe erfolgte ohne das erforderliche päpstliche Mandat. Drei Bischöfe aus Amerika, die von der Diözese Aberdeen als nicht autorisiert bezeichnet werden, führten die Weihe durch. Der zuständige Bischof von Aberdeen, Hugh Gilbert, hatte bereits im Vorfeld betont, dass eine solche Handlung einen Bruch mit der kirchlichen Gemeinschaft bedeute.
Wie orf.at berichtet, erklärte Bischof Gilbert nach einem kirchenrechtlichen Verfahren Father Michael Mary wegen Schismas für exkommuniziert. Zudem wurde er seines kirchlichen Amtes enthoben und darf keine Messe oder Sakramente mehr feiern. Die Diözese forderte die Gläubigen auf, keinen Kontakt mehr zur Gemeinschaft und deren Leiter zu suchen.
Hintergrund des Konflikts ist die radikale Haltung der Gemeinschaft: Die "Sons of the Most Holy Redeemer" erkennen laut eigenen Angaben seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil keinen der nachfolgenden Päpste mehr an. Auch die drei an der Weihe beteiligten Bischöfe sollen dieser Meinung nahestehen. Bereits 2025 hatte der Vatikan der Gruppe auf Empfehlung kirchlicher Behörden öffentliche Tätigkeiten in der Diözese Christchurch in Neuseeland untersagt – unter anderem wegen Vorwürfen unerlaubter Exorzismen.
Der Vorfall erinnert an unerlaubte Bischofsweihen im Umfeld der Priesterbruderschaft St. Pius X., die ebenfalls ohne päpstliches Mandat zu schweren kirchenrechtlichen Auseinandersetzungen geführt hatten. In beiden Fällen steht die Frage der Einheit der Kirche und der Anerkennung päpstlicher Autorität im Vordergrund.
Der weltweit tätige Redemptoristenorden hat sich ausdrücklich von den Transalpinen Redemptoristen distanziert und auf mögliche Namensverwechslungen hingewiesen. Generaloberer Pater Rogerio Gomes stellte klar, dass keinerlei Verbindung zwischen den beiden Gruppen besteht. Der Name stammt ursprünglich von der Ausbreitung des Ordens durch Clemens Maria Hofbauer nach Mitteleuropa.
Die heutige Gemeinschaft der sogenannten Transalpinen Redemptoristen entstand erst 1988 als Abspaltung im Umfeld der Piusbruderschaft. 2012 wurde sie als klerikales Ordensinstitut diözesanen Rechts in Aberdeen anerkannt, war jedoch nie Teil des eigentlichen Redemptoristenordens. In Schottland gibt es zudem reguläre Redemptoristen-Gemeinschaften, die in voller Gemeinschaft mit dem Papst und der Weltkirche stehen.