Schreckens-Prognose: "Nie gekannte Preissteigerungen"

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.apa/picturedesk ("Heute"-Montage)
Brot, Milch, Käse, Obst, Gemüse und Co. – die Preise für Lebensmittel in Österreich schnellen in die Höhe! Und ein Ende ist offenbar nicht in Sicht.

Die stark gestiegenen Energiepreise haben die Inflationsrate in Österreich im Mai 2022 auf +8 Prozent ansteigen lassen – der höchste Wert seit September 1975! Lebensmittel wie Brot, Käse, Eier, Obst, Gemüse oder auch Fleisch sind im Vergleich zum April stark gestiegen.

Teuer-Schock im Großhandel – Preise um 25 Prozent höher

Die Teuerung ist in ganz Europa hoch und liegt deutlich über den von der Europäische Zentralbank angestrebten zwei Prozent. Auch abseits der extrem hohen Energiepreise wurde das Leben in Österreich teurer. In Restaurants und Hotels wurden die Preise im April durchschnittlich um +6,4 Prozent erhöht, die Preise für Freizeit und Kultur stiegen im Schnitt um +3,2 Prozent.

Teuerung geht weiter

Für die österreichische Wirtschaft und dem Handel ist die Entwicklung eine echte Herausforderung: "Wir beobachten bei Rohstoffen, Verpackungen, Papier, Energie, Futtermittel und Logistik nie gekannte Preissteigerungen", erklärt der Handelsverband und gibt gleichzeitig eine düstere Prognose für Österreich ab. Denn laut dem Handelsverband ist die Teuerungswelle noch nicht am Ende angelangt. Im Gegenteil!

Nach Einschätzung des Handelsverbandes werden die Lebensmittelpreise schon in den kommenden Wochen weiter zulegen – insbesondere als Folge der gestiegenen Energiekosten & Futtermittelpreise (für die Landwirtschaft) sowie der weiter anziehenden Verpackungs- & Transportkosten.

Lieferengpässe und Verzögerungen

Der heimische Lebensmittelhandel bestätigt, dass die flächendeckende Versorgung der österreichischen Bevölkerung vollumfänglich sichergestellt ist. Dies ist insbesondere der regionalen Beschaffung bei österreichischen Produzenten und Landwirten zu verdanken.

Bei ausgewählten Produkten wie Sonnenblumenöl verzeichnen zwar manche Händler eine angespannte Situation, die jedoch nicht als kritisch zu betrachten ist, da es genügend Ausweichprodukte gibt und die Handelsbetriebe die Lagerkapazitäten ausbauen.

Verstärkter Anbau von Weizen

Auch die zahlreichen freiwilligen Initiativen des heimischen Handels zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung machen sich jetzt bezahlt und stärken die Versorgungslage im Land. Empfehlungen zur weiteren Verbesserung wurden beim Gipfel platziert.

In Bezug auf den Ukraine-Krieg steht für den Handel die Bekämpfung der humanitären Katastrophe an oberster Stelle. Fehlende Rohstoffe aus Russland und der Ukraine müssen natürlich substituiert werden, zum Beispiel werden heimische Bauern heuer verstärkt Weizen anbauen.

Appell an Kunden

Der Handelsverband appelliert – wie bereits zu Beginn der Corona-Krise, als übermäßige Bevorratungskäufe die Lebensmittellieferketten unter Druck gesetzt hatten – an alle Kunden, sich untereinander solidarisch zu verhalten und Produkte in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen. Auf diese Größen sind die Produktionsmengen und die Lieferlogistik der gesamten Lebensmittelkette ausgerichtet.

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