AUA-Jet stürzte fast auf Salzburg

Symbolbild: Ein Embraer-Jet der AUA
Symbolbild: Ein Embraer-Jet der AUABild: picturedesk.com
Ein AUA-Jet mit 102 Insassen wäre fast abgestürzt. Das zeigt ein nun veröffentlichter Bericht. 5 km/h weniger und das Unglück wäre geschehen.
Am Flughafen in Salzburg ereignete sich schon im Oktober 2017 ein beängstigender Zwischenfall. Bekannt wird die Sache aber erst jetzt.

Eine Embraer-Maschine der Austrian Airlines mit 102 Personen an Bord (98 Passagiere) war gerade im Landeanflug auf den Salzburger Flughafen, als sie das Manöver abbrechen und nochmal durchstarten musste. Das Flugzeug war von sogenannten Scherwinden erfasst worden - das sind starke Fallwinde, die sehr gefährlich sein können.

Beim erneuten Aufstieg des Jets wäre es fast zum Absturz auf die Stadt Salzburg gekommen, schreibt der "Kurier" unter Berufung auf den Flugunfallbericht. Denn das Flugzeug war "zu langsam". Obwohl sich die Flugzeugnase wieder nach oben reckte, wurde die Geschwindigkeit nicht erhöht. Der Pilot hatte den dafür notwendigen TOGA-Knopf (Take-Off/Go Around) nicht betätigt.

CommentCreated with Sketch.12 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. 5 km/h an Katastrophe vorbei

Das Ergebnis: Das Flugzeug stieg zu langsam auf. 73 Sekunden lang versuchten die Piloten das Problem, das die Bordelektronik mit allerlei Warnzeichen anzeigte, in den Griff zu bekommen.

Besonders beängstigend: Wäre das Flugzeug nur rund fünf Stundenkilometer langsamer gewesen, wäre es zum Absturz über dem Salzburger Stadtgebiet gekommen. Und das aus 740 Metern Höhe!

Warnleuchten

Ein Sicherheitsmechanismus wird vom Bericht besonders erwähnt: Der sogenannte Stick Shaker, eine allerletzte Warnung. Dieser war im AUA-Jet mehrere Sekunden aktiv, bevor die Piloten draufkamen, wie das Problem zu lösen ist. Der TOGA-Knopf war die Lösung, er wurde jedoch erst 73 Sekunden nach der ersten Warnung gedrückt. Dann konnte das Flugzeug ohne weitere Probleme landen.

Die AUA übermittelte dem "Kurier" bereits eine Stellungnahme zu dem Bericht: Man habe aus Sicherheitsgründen damals den Anflug abgebrochen. "Während des Durchstartevorgangs aktivierte sich eine Überzieh-Warnung. Der Modus der Triebwerke, der für das Durchstartmanöver notwendig ist, stand nicht unmittelbar zur Verfügung. Unsere Piloten haben dies dann korrigiert. Wie in solchen Fällen üblich, kooperieren wir mit der Sicherheitsuntersuchungsstelle. Unser Ziel ist es, die Sicherheit auf einem höchstmöglichen Niveau zu halten. Eine Untersuchung solcher Szenarien ist dazu da, um ähnlich gelagerte Vorfälle in Zukunft zu vermeiden", heißt es darin.

Ein zweiter Vorfall in dieser Zeit zeigt, wie sehr das Sturmtief "Herwart" damals den Flugverkehr beeinträchtigte. Ein polnischer Passagier-Jet streifte damals mit einer Tragfläche fast über dem Boden:



(red)

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