Niederösterreich

Schreie im Live-TV – Stör-Aktion bei ORF-Elefantenrunde

Minutenlange Schreie irritierten am Donnerstag die Zuseher am Sender ORF2. Bei der Live-Übertragung der NÖ-Elefantenrunde kam es zu einer Störaktion.

Rene Findenig
Vor dem Studio demonstrieren einige Aktivisten von "Fridays for future".
Vor dem Studio demonstrieren einige Aktivisten von "Fridays for future".
Screenshot ORF

Um kurz nach 21 Uhr startete am Donnerstagabend auf ORF2 die Diskussion der Spitzenkandidatinnen und -kandidaten zur Landtagswahl in Niederösterreich. Kurz vor der Wahl traten unter der Moderation von Benedikt Fuchs, Chefredakteur des ORF Niederösterreich, und Julia Schmuck, Journalistin der ORF-Radio-Politik, die Kandidatinnen und Kandidaten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Franz Schnabl (SPÖ), Udo Landbauer (FPÖ), Helga Krismer (Grüne) und Indra Collini (Neos) live gegeneinander an. Minutenlang hörten die Zuseher aber immer wieder laute Schreie im Hintergrund.

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    Am Donnerstag fand in ORF2 die "Elefantenrunde" zur Landtagswahl in Niederösterreich am kommenden Sonntag statt. Mit von der Partie waren: 
    Am Donnerstag fand in ORF2 die "Elefantenrunde" zur Landtagswahl in Niederösterreich am kommenden Sonntag statt. Mit von der Partie waren:
    Screenshot ORF.

    Vor dem Landhausschiff im Regierungsviertel St. Pölten hatten nämlich Klimaaktivisten von Fridays For Future wortwörtlich ihre Zelte aufgeschlagen. Im Regierungsviertel haben die Aktivisten ein mehrtägiges Protestcamp errichtet, um Druck auf die nächste Landesregierung für bessere Klimaschutzmaßnahmen zu machen. Den lautstarken Protest versuchten sowohl das Moderatoren-Duo, als auch die Politikerinnen und Politiker zu überspielen. Im Live-TV war er aber deutlich zu hören – was auch die Aktivisten schnell erfuhren, denn die Sendung wurde in ihrem Camp ebenso live angesehen.

    "Da draußen sind Menschen, die schreien"

    Einzige Kandidatin, die anfangs den Protest ansprach: Helga Krismer. Die Grünen-Kandidatin erklärte, "da draußen sind Menschen, die schreien" – um auch direkt zum Klima-Thema überzuleiten. Und Krismer griff auch das Motto der Aktivisten, "Landtagswahl ist Klimawahl" auf. "Wir haben Johanna Mikl-Leitner vor fünf Jahren nicht gewählt", erklärte Krismer, man habe damals nicht daran geglaubt, dass die ÖVP den Klimaschutz stärken würde. Und nun gebe es ein "Machtspiel", bei dem es nur darum gehe, "wer soll die Posten besetzen". Dabei sei die Wahl eine Klimawahl, so Krismer.

    "Man hört im Hintergrund etwa Geräusche", ging dann Moderatorin Julia Schmuck doch noch auf die Schreie ein – bevor Moderator Benedikt Fuchs für wenige Sekunden nach draußen ins Protestcamp schalten ließ. Brauchen wir das Klimaschutzgesetz? Dabei kam es zum "Taferl-Showdown": "Nein" sagte die FPÖ, "Ja" alle anderen Parteien. Ob es härtere Strafen für Klima-Kleber brauche? Mikl-Leitner enthielt sich dieser Antwort, die FPÖ stimmte dafür, alle anderen dagegen. generell sprach Landbauer übrigens von einer "Klima-Hysterie", die auch zu den Teuerungen geführt habe.