So entspannt lief wohl noch keine Reifeprüfung an Österreichs Schulen. Weil sich heuer die Maturanote aus Jahresendbeurteilung und Klausurergebnis zusammensetzt, können viele Schüler schon jetzt lässig Party machen.
Anton H. (Name von der Redaktion geändert) besucht eine HTL im Norden Wiens. Der durchaus gute Schüler wollte am Montag seine Bildungslaufbahn mit einer grenzwertigen Aktion krönen. Er nahm seine Maturaunterlagen breit grinsend entgegen und nützte das Papier für persönliche Anmerkungen. Er schrieb auf die standardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung "Fachtheorie": "Weils wurscht ist. Auf Wiedersehen!"
„Anton: "Ich hatte einfach keine Lust mehr auf Schule."“
Dann stand der Bursche auf, gab die Arbeit ab und traf sich mit Freunden auf ein Vormittags-Bier. Danach spielten sie in einem nahegelegen Park Fußball, während andere Kollegen noch über ihren Aufgaben brüteten.
Anton H.: „Ich hatte einfach keine Lust mehr auf Schule. Passieren kann mir nichts, das ist fix.“ Tatsächlich wird der 19-Jährige in seinem Maturazeugnis in dem Fach einen Vierer stehen haben. Gestern und in den nächsten Tagen hat er weitere Prüfungen, die er aber ordnungsgemäß abgeben will: „Das Wetter ist eh schlecht.“ Viel mehr ärgert ihn aber der Umstand, dass die langersehnte Maturareise nicht wie geplant stattfinden kann. „Dabei haben wir uns extra T-Shirts drucken lassen und wollten richtig hart feiern.“
Für die nächsten Jahrgänge gibt es freilich eine gute Nchricht. Bildungsminister Heinz Faßmann hat bereits angekündigt, dass sich die Maturanote weiterhin aus zwei Komponenten zusammensetzen wird. Jetzt bangen die Schüler der siebenten Klassen, ob Aktionen wie die von Anton H. oder Kollegen, die nur ein leeres Blatt abgaben, noch zu einem Umdenken führen.