Schulabmeldungen verdreifacht – scharfe Regeln erlassen

Aufgrund der Corona-Krise hat sich die Zahl der Schulabmeldungen heuer verdreifacht.
Aufgrund der Corona-Krise hat sich die Zahl der Schulabmeldungen heuer verdreifacht.Annette Riedl / dpa / picturedesk.com
Aufgrund der Corona-Krise hat sich die Zahl der Schulabmeldungen heuer verdreifacht. Nun wurden neue Regeln zum Homeschooling erlassen.

Aufgrund der Corona-Krise hat sich die Zahl der Schulabmeldungen heuer verdreifacht. Insgesamt wurden etwa 7.500 Schulpflichtige abgemeldet. Im Bildungsministerium hat man darauf mit strengeren Regeln für die Anmeldung zum häuslichen Unterricht reagiert. Der entsprechende Erlass wurde am heutigen Freitag veröffentlicht.

Erlass veröffentlicht

Der Erlass sieht neben einem freiwilligen Reflexionsgespräch am Ende des ersten Semesters ebenso vor, dass die Bildungsdirektionen die Prüfungskommission festlegen, bei der am Jahresende die Externistenprüfung abzulegen ist, berichtet die APA.

 Das Reflexionsgespräch ist vorerst freiwillig, für eine Verpflichtung wären gesetzliche Änderungen notwendig.

Doris Wagner, zuständige Sektionschefin im Bildungsministerium, spricht aus diesem Grund von einer "Serviceleistung", damit die Eltern den Lernfortschritt ihrer Kinder sehen und einschätzen können, wie weit diese im Vergleich zu einer normalen Klasse gekommen sind.

Jederzeit zurück in die Schule

Jenes Gespräch soll dabei an jener Schule, an der das Kind grundsätzlich seine Schulpflicht zu erfüllen hätte, stattfinden – und zwar nicht in einer Prüfungssituation, sondern wie beim an Pflichtschulen etablierten Kind-Eltern-Lehrer-Gespräch. An einem entsprechenden Leitfaden für das Reflexionsgespräch wird gerade im Ministerium gearbeitet.

 Aber: Eltern können das für Februar vorgesehene Reflexionsgespräch auch ablehnen.

Zeigen sie allerdings trotz mehrfacher Kontaktaufnahme keine Reaktion, wird die Kinder- und Jugendhilfe eingeschaltet. Kommen Eltern im Zuge des Gesprächs zum Schluss, dass der häusliche Unterricht doch nicht so gut funktioniert, können die Kinder jederzeit zurück in die Schule, wie Wagner betont.

Gegen "Prüfungstourismus"

Der Erlass schreibt außerdem vor, dass die Bildungsdirektionen die zum häuslichen Unterricht abgemeldeten Schüler per Verordnung zu einer Prüfungsschule zuweisen kann, an der die Schüler ihre Externistenprüfung ablegen müssen. 

 So will man gegen "Prüfungstourismus" vorgehen.

Den Bildungsdirektionen wird zudem ein Instrumentarium zur Hand gegeben, um zu unterscheiden, ob erlaubter häuslicher Unterricht in einer Gruppe etwa von Geschwistern, die von einem Elternteil daheim unterrichtet werden, vorliegt, oder eine nicht genehmigte Privatschule.

Beratungsgespräch nicht im Erlass

Anders als erwartet ist das angekündigte verpflichtende Beratungsgespräch, vor einer Genehmigung der Anmeldung zum häuslichen Unterricht noch nicht im Erlass. 

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