Schulen öffnen wieder – Minister stellt Fahrplan vor

Die Schulen öffnen wieder. Symbolbild
Die Schulen öffnen wieder. SymbolbildDaniel Scharinger / picturedesk.com
In ganz Österreich wird ab Montag wieder an den Schulen unterrichtet. Weitere Öffnungsschritte folgen, Bildungsminister Faßmann erklärt die Details.

Ab dem kommenden Montag startet in allen Bundesländern wieder der Präsenz- bzw. Schichtunterricht in den Schulen – auch in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Am 17. Mai ist dann der nächste Öffnungsschritt im Bildungsbereich geplant: Der Schichtbetrieb in der Sekundarstufe wird beendet. Damit befinden sich wieder alle Schüler im Präsenzunterricht. Die Details gab Bildungsminister Heinz Faßmann am heutigen Samstag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt.

So sollen die übrigen Sicherheitsvorkehrungen bestehen bleiben: Es herrscht wie gehabt Maskenpflicht. Mehrtägige Schulveranstaltungen sind nicht möglich und Singen und Sport sind nur im Freien erlaubt.

Die Selbsttests an den Schulen sind für die Regierung ein wesentlicher Bestandteil ihrer Öffnungsstrategie und werden weiter ausgedehnt. Alle Schüler testen dann dreimal in der Woche, alle 48 Stunden. In den Unterstufen wird nun ebenfalls der genauere Test, der bereits bei Oberstufen und Lehrpersonal zur Anwendung kam, eingesetzt werden. Nur an den Volksschulen hält man vorerst noch an einem Produkt mit leichterer Handhabung fest.

Bilanz der Schultestungen

Die Bilanz der bisherigen Testungen: rund 9.500 positive Fälle wurden in den Schulen festgestellt. Über das Contact Tracing habe man dann auch Bevölkerungsgruppen erreicht, "die sich sonst nie testen lassen", so der Bildungsminister.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am 25. März 2021.
Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am 25. März 2021.HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com

Auch Clusterbildungen an Schulen habe man  durch das schnelle Herausnehmen der infektiösen Personen verringern können. Mit Stand Freitag, 23. April 2021 waren nur 12 der insgesamt 5.800 Bildungseinrichtungen geschlossen.

Mit den Tests sei es außerdem möglich gewesen, im heurigen Jahr mehr Präsenztage zu ermöglichen. Österreichische Volksschüler hätten dem Minister zufolge bisher 44 Tage im Präsenzunterricht verbracht, in Bayern waren es nur 20 Tage am Standort und in Tschechien sogar nur zehn.

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Heimunterricht bringt Eltern zum Verzweifeln

Mit der Rückkehr der Kinder in die Schulen wird eine große Last von den Eltern genommen. Eine Umfrage von Peter Hajek (Public Opinion Strategies) unter 600 Eltern zur aktuellen Situation an den Schulen zeigt, dass für knapp die Hälfte (45 %) der Befragten, "Homeschooling [...] nicht mehr machbar" ist. 68 Prozent bemerken sehr starke oder starke psychische Belastungen ihrer Kinder, Tendenz zunehmend.

Eine deutliche Mehrheit von 71 Prozent sprechen sich für einen Vollbetrieb in den Schulen aus, weitere 17 Prozent für das Schichtbetrieb-Modell. Nur noch 8 Prozent der Eltern plädieren auf Distance Learning.

Noch eindeutiger war die Antwort zur Frage nach dem Wann: "Die Schulen müssen als erstes wieder geöffnet werden", sagten 82 Prozent der Umfrage-Teilnehmer (56 % stimmen sehr zu, 26 % stimmen eher zu).

Weitere Maßnahmen in den Schulen

Als eine der ersten Maßnahmen soll die Schulpsychologie massiv ausgebaut werden. "Viele Schülerinnen und Schüler haben mit den Folgen des Distance Learning zu kämpfen. Die Bildungsschere öffnet sich weiter, auch psychische Folgen sind zu bemerken", erklärt Faßmann. 

Deshalb soll die Schulpsychologie um 20 Prozent ausgebaut werden. Auch niederschwellige Beratungsangebote in Form von Sprechtagen an den Schulen, auch um Lerndefizite auszugleichen, sind geplant.

Für letztere stehen auch rund 1,5 Millionen Förderstunden in den Wochen bis zum Ende des Schuljahres flexibel zur Verfügung. Das Programm soll im Wintersemester weitergeführt werden.

Kostenlose, individuelle Lernunterstützung wird über die Plattform weiterlernen.at angeboten: Insgesamt konnten, so das Bildungsministerium, bereits 25.000 kostenlose Lernhilfestunden abgehalten werden. Mit den von der EU bereitgestellten Mitteln aus REACT/ESF sei es nun möglich, weitere fünf Millionen Euro dafür zu verwenden.

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