Schulexperte will Aus für 50-Minuten-Stunden

Bild: prva
Der neue Bildungsberater von Neo-ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner, Andreas Salcher, will die Bildung in Österreich einer Totalreform unterziehen. Seiner Ansicht nach braucht es vor allem bessere Kindergärten und Volksschulen, sowie politisch unabhängige Schuldirektoren und ein Ende der 50 Minuten Unterrichtseinheiten.
, Andreas Salcher, will die Bildung in Österreich einer Totalreform unterziehen. Seiner Ansicht nach braucht es vor allem bessere Kindergärten und Volksschulen, sowie politisch unabhängige Schuldirektoren und ein Ende der 50 Minuten Unterrichtseinheiten.

Der Mitbegründer der Karl Popper-Schule (Hochbegabten-Schule in Wien) berät Mitterlehner ehrenamtlich, wie er auf Ö1 betont.

Internationale Studien würden einen großen Änderungsbedarf im österreichischen Schulsystem sehen, meint Salcher, daran "kommen wir nicht vorbei". Jedes 5. Kind könne nicht ausreichend lesen, das sei nicht nur ein schulisches Problem, sondern ein Problem für die Zukunft des Landes. Soziale Kosten und Gesundheitskosten würden explodieren, argumentiert der Bildungsexperte.

Beste Kindergärten und Volksschulen

Er formuliert zwei Kernanliegen. Zunächst brauche Österreich die besten Kindergärten und Volksschulen. In diesem frühen Alter könne man noch entscheidend beeinflussen und soziale Benachteiligungen oder Diskrepanzen verringern. Das würden sowohl Gehirnforscher als auch andere Bildungsfachleute bestätigen. Österreich sei das einzige Land in der EU, in dem die Kindergartenpädagogen keinen akademischen Grad haben.

Schluss mit 50 Minuten-Einheiten

Als Zweites fordert Salcher eine echte Schulautonomie. Bisher habe man zwar viel geredet, die Reformen seien aber nicht in den Klassenzimmern angekommen. Notwendig wären politisch unabhängige Direktoren, die Einfluss auf ihre Lehrer haben, sowie ein pädagogisches Budget. Außerdem müssten die 50-Minuten-Stunden wegfallen. Solange Lehrer wie Fließbandarbeiter behandelt würden und für geleistete 50 Minuten-Einheiten bezahlt würden, würden die Kosten explodieren. Obendrein seien mit diesem Schema Projektunterricht oder eine Individualisierung nicht zu leisten.

Die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen ist Salchers Ansicht nach nicht vorrangig. Dieses "Mammutprojekt" sei schwierig umzusetzen, die Realisierung würde schon aus ideologischen Gründen viel zu lange dauern.
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