Schummelwürfel aus dem Mittelalter entdeckt

Bild: zVg
Vor 600 Jahren scheint ein Betrüger einen Würfel dafür eingesetzt zu haben, um bei einem verbotenen Glücksspiel in einem Party-Viertel zu gewinnen.
Das kleine Fundstück eines besonderen Würfels könnte eine große Geschichte erzählen. Bisher hat ein norwegisches Archäologen-Team 30 Würfel im Umkreis von Bergen entdeckt. Der neueste ist jedoch etwas Besonderes. Verdächtig ist an dem Exemplar, dass auf ihm zweimal eine Vier und zweimal eine Fünf abgebildet sind.

Strenge Strafen für Glücksspiel im 15. Jahrhundert

Norwegen zählt bis heute mit den anderen skandinavischen Ländern zu den aktivsten Glücksspiel-Nationen. Die uns unbekannten Akteure der angedeuteten Handlung in der Vergangenheit befinden sich im mittelalterlichen Bergen, wo zu dem Zeitpunkt des Geschehens im angebrochenen 15. Jahrhundert das Glücksspiel strengstens untersagt ist, behördlich geahndet wird und strenger Strafe untersteht.

Allem Anschein nach scheint sich vor 600 Jahren jemand nicht daran gehalten zu haben, wie es in der Gegenwart auch schon vorgekommen sein soll. Denn der Würfel ist nicht der erste, den man in der Gegend entdeckt hat.

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Belebtes Ausgeh-Viertel im Mittelalter


Laut Berichten der Archäologen um Per Christian Underhaug vom Norwegischen Institut für Kulturerforschung stammt der Fund von einer Stelle in der Altstadt Bergens, wo sich im 15. Jahrhundert noch eine belebte Straße befand, ein Stadtteil mit vielen Gasthäusern und Kneipen.

Der neue Fund ist jedoch von besonderer Natur. Anders als die anderen 29 vor ihm, die die norwegischen Archäologen bisher entdecken konnten, verfügt er über eine unübliche Verteilung an Zahlen. Die Eins und Zwei wurden durch eine doppelte Vier und Fünf ersetzt.



Manipulierter Würfel für betrügerische Motive


Es gibt nur zwei Erklärungsmöglichkeiten: Entweder wurde der Würfel für ein unbekanntes Spiel verwendet oder für das Werk eines Halunken. Die Vermutung liegt daher nahe, der manipulierte Würfel wäre für betrügerische Motive eingesetzt worden.

Im Mittelalter war "Paschen", auch wenn es verboten war, ein beliebtes Glücksspiel. Ziel des Spiels war es mit drei Würfeln mehr als zehn Punkte zu erreichen. Das nicht zu schaffen wäre mit so einem präparierten Würfel fast unmöglich. Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, dass man von Spielbetrug erfährt. Bereits in der Antike bediente man sich gerne Tricks wie Bleigewichten und dem Austausch der Eins durch die Sechs.

(GA)

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