Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP), unter dem sich die Regierung für die Eurofighter von Airbus/EADS entschieden hat, verteidigt die damalige Entscheidung. Von angeblichen Bestechungsgeldern habe er nichts mitbekommen.
Kritik übte Schüssel in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten" am Samstag an dem Vergleich von Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ). Die 2007 gemachten Vertragsveränderungen erachtet Schüssel als Fehler. "Die EADS war vertraglich zur Lieferung der Tranche-2-Flugzeuge verpflichtet. Sie hätte sonst hohe Pönalezahlungen leisten müssen. Man hätte das nie aufgeben dürfen".
Schüssel verteidigte die Anschaffung der Eurofighter. "Mit diesem Modell bestand die Möglichkeit, in die Flugzeug-Zulieferindustrie hineinzukommen." Gegenüber den Gripen von Saab seien die Eurofighter zwar etwas teurer, aber wesentlich besser gewesen. Von Bestechungsgeldern, die von EADS geflossen sein sollen, wisse er nichts, so Schüssel.
Dem neuen Eurofighter-U-Ausschuss werde er wieder zur Verfügung stehen "und dasselbe sagen, das ich schon einmal gesagt habe", erklärte Schüssel. FPÖ und Grüne hatten am Freitag ihre Pläne für den neuen U-Ausschuss bekanntgegeben. Beginnen sollen die Untersuchungen mit dem Vergleich 2007 unter dem damaligen Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ), kündigten FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und der grüne Abgeordnete Peter Pilz am Freitag an.