Bei einem Streit auf offener Straße in der Floridusgasse in Wien-Floridsdorf zücken ein Vater und seine drei Söhne (54, 28, 25, 22) am Samstag vor einer Woche gegen 20.00 Uhr Schusswaffe und Messer und verletzten vier Männer schwer – "Heute" berichtete.
Bei den Opfern handelte es sich ebenfalls um drei Brüder (22, 26, 27) und einen Freund (23). Die Verdächtigen konnten nur 90 Minuten nach der Tat gefasst werden, befinden sich in U-Haft und sind geständig.
Doch eine neue Entwicklung im Fall sorgt nun für riesigen Ärger bei der Opferfamilie: Einer der verletzen Brüder wurde am Samstag um 21.30 Uhr im Krankenbett verhaftet und soll anschließend in die Justizanstalt Simmering gebracht worden sein. Da die Pressestelle der Justizanstalt am Sonntag keine Anfragen beantwortet, konnte das jedoch nicht verifiziert werden. Auch die Familie bekam am Wochenende keine weiteren Informationen über den Verbleib des Patienten.
Offenbar war es im Wiener Spital vor der Festnahme zu tumultartigen Szenen im Zimmer des Schussopfers gekommen. Das Personal hatte dem durch zwei Kugeln und Messerstiche Schwerverletzten offenbar die Schmerzmittel nicht nahe genug ans Bett gestellt und habe seine Nachfrage mit "Steh auf und hol sie dir selbst" kommentiert.
Daraufhin sei es eskaliert: Der Patient habe in aufgebrachtem Tonfall das Verhalten der Schwester als "unverschämt und inakzeptabel" bezeichnet. Die diensthabende Krankenpflegerin fühlte sich laut Zeugen dadurch bedroht und rief die Polizei. Beamte legten dem Mann laut Zeugen sogar Handschellen an und nahmen ihn mit.
Angehörige des Attentat-Opfers – das nur durch viel Glück und eine stundenlange Notoperation überlebt hatte – verstehen nun die Welt nicht mehr: Sie kritisieren das Pflegepersonal scharf und behaupten, dass sie den Patienten nicht gut versorgt hätten und ihn in seinem Erbrochenen liegen ließen, bevor er sich lautstark beschwerte.
Indes laufen die Mordversuchs-Ermittlungen im Hintergrund gegen die inhaftierten Verdächtigen weiter auf Hochtouren. Wie "Heute" aufdeckte, ging es bei dem Streit weder um Geld, noch um eine Frau – sondern einzig und alleine um eine verletzte Familienehre nach einer Schlägerei bei einem Kampfsport-Event. Es gilt die Unschuldsvermutung.