Schwarze Fahne wegen 18. Frauenmord

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser hisst die schwarze Fahne aufgrund des 18. Frauenmordes, der in Österreich dieses Jahr begangen wurde und fordert 18 Schweigeminuten.

Am Sonntag ist es zu einer Bluttat in Kottingbrunn (Bezirk Baden) gekommen. Ein 31-Jähriger soll seine 29-jährige Ehefrau und die zwei Jahre alte Tochter erstochen haben. Montagfrüh starb auch der elf Monate alte Sohn im Krankenhaus. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) hisst daher die schwarze Fahne, trauert um die 18. Frau, die heuer bereits ermordet wurde, gemeinsam mit ihren zwei Kindern, und fordert die Regierung zu 18 Schweigeminuten auf.

AÖF Geschäftsführerin und die schwarze Fahne

"Meistens werden Frauen ermordet, wenn sie sich trennen wollen"

In einer Aussendung warnt der Verein, dass zu viele Frauen ihr Leben durch Partnergewalt in Österreich verlieren würden. "Sie werden meistens dann ermordet, wenn sie lange andauernde Partnergewalt nicht mehr erdulden und ertragen können und endlich den wichtigen Schritt der Trennung und Scheidung wagen", betont AÖF-Geschäftsführerin Maria Rösslhumer. Auch bei dem Mord in Niederösterreich soll die Frau eine Trennung von ihrem Partner gewünscht haben.

Oft bleibe es eben nicht nur beim Mord an der Frau, ergänzt Maria Rösslhumer, sondern manche Täter würden auch ihre eigenen Kinder und Angehörige in den Tod 'reißen', wie in den Fällen von Kottingbrunn und Kitzbühel. Die schwarze Fahne stehe für alle ermordeten Frauen und deren Kinder und Angehörige, die in Österreich heuer bereits ermordet wurden. Der Verein fordere das Land nun zu einer 18-minütigen Staatstrauer auf, denn Österreich dürfe gewaltbetroffene Frauen nicht im Stich lassen.



Wo Frauen Hilfe bekommen

Die Frauenhelpline, die kostenlos unter 0800 222 555 rund um die Uhr erreichbar ist, kann rechtzeitig Wege aus der Gewalt aufzeigen. "Frauen müssen wissen, dass es ein Frauenhaus in der nächsten Stadt und der Umgebung gibt und dass sie jederzeit und sofort einen sichereren Platz finden können", betont AÖF- Geschäftsführerin Maria Rösslhumer in ihrem Scheiben.

Behörden müssten demnach immer im Sinne des Opferschutzes agieren, die Polizei muss die Opfer schützen und auch Staatsanwälte würden lückenlos ermitteln, um Täter zur Verantwortung zu ziehen. Auch das Amt für Kinder- und Jugendhilfe schütze gewaltbetroffene Kinder und Jugendliche und zweifle nicht die Gewalt an deren Müttern an. Jährlich fordert der Verein mindestens 210 Millionen Euro für effektive und wirksame Präventionsmaßnahmen.

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