Schwarze Löcher könnten auch durchsichtige Sterne sein

Im Zentrum der Milchstraße befindet sich das wohl bislang am besten untersuchte schwarze Loch. Es hat aber "nur" vier Millionen Sonnenmassen.
Im Zentrum der Milchstraße befindet sich das wohl bislang am besten untersuchte schwarze Loch. Es hat aber "nur" vier Millionen Sonnenmassen.(Bild: picturedesk.com)
Eine alternative Theorie zu dem Phänomen von Schwarzen Löchern möchte diese als neue Sternenkategorie einordnen.

Im Jahr 2019 ereignete sich eine astronomische Sensation. Damals wurde das erste Foto eines Schwarzen Lochs aufgenommen. Davor war es nur ein Phänomen der theoretischen Physik, der Beweis für seine Existenz noch ausständig.

Der dunkle Fleck mit einem leuchtenden Ring bestätigte die Theorien der Astrophysik. Die Wissenschaft jubelte.

Manche Forscher schlugen jedoch eine alternative Hypothese vor, die das Phänomen beschreiben könnte. Demnach könnte es sich nicht um Schwarze Löcher, sondern um Sterne handeln, die eine millionenfache Sonnenmasse aufweisen und eine enorme Dichte erreichen. Sie sollen aus anderen Teilchen als andere Sterne bestehen, nicht aus Fermionen, sondern aus Bosonen. Diese werden auch mit Dunkler Materie in Verbindung gebracht. Ein weiteres Phänomen, das bisher nur theoretisch erforscht ist.

Das eine Phänomen schließt das andere aus

Ein Team um den Astophysiker Hector Olivares von der Radboud Universität in den Niederlanden hat nun versucht, dem experimentell nachzukommen und in einer Simulation herauszufinden, wie so ein Bosonenstern durch ein Teleskop aussehen würde. Das Ergebnis: Der Schatten eines derartigen Sterns müsste viel kleiner sein als der Schatten eines Schwarzen Lochs.

Die Forscher lassen sich durch diese Erkenntnis jedoch nicht entmutigen, sondern möchten einen Nachweis für solche Sterne finden. Sollte ihnen das gelingen, würde das gleichzeitig bedeuten, dass Schwarze Löcher nicht existieren.

"Das Wachstum supermassiver Schwarzer Löcher wird noch nicht gut verstanden. Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass zumindest einige der Kandidaten in Wahrheit Bosonensterne sind, müssten wir diverse Entstehungsmechanismen komplett überdenken", erklärt Olivares.

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