Strafmündigkeitsalter gesenkt

Schweden stellt neue Haft-Regeln für 13-Jährige vor

Schweden senkt das Strafmündigkeitsalter auf 13 Jahre und schafft spezielle Haftbedingungen für straffällige Jugendliche. Kritik bleibt nicht aus.
Newsdesk Heute
20.02.2026, 21:36
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In Schweden hat die Regierung am Donnerstag die neuen Haftbedingungen für straffällige Buben und Mädchen ab 13 Jahren präsentiert. Diese sollen – wie derzeit geplant – ab 1. Juli strafmündig werden.

Die Kinder sollen in den Gefängnissen getrennt von erwachsenen Häftlingen untergebracht werden. Außerdem müssen sie in der Nacht elf Stunden lang in ihren Zimmern bleiben, so Justizminister Gunnar Strömmer. Bei Erwachsenen gilt in der Nacht eine 14-Stunden-Regel.

Zusätzlich sollen die inhaftierten Kinder zur Schule gehen und einen eigenen Pausenhof, eine Sporthalle sowie eine Krankenstation nutzen können. Die neue Regelung ist vorerst für fünf Jahre geplant.

Die konservative Regierung in Stockholm hatte die geplante Senkung des Strafmündigkeitsalters von 15 auf 13 Jahre schon Ende Jänner angekündigt. Acht Gefängnisse wurden damit beauftragt, eigene Bereiche für die Jugendlichen zu schaffen.

Die Maßnahme betrifft Buben und Mädchen, die wegen Mord oder anderer schwerer Delikte verurteilt wurden. Drei Gefängnisse sollen bereits ab 1. Juli startklar sein.

"Die Gesellschaft und die Kriminalität haben sich grundlegend verändert", sagt Schwedens Justizminister Gunnar Strömmer.
IMAGO/TT

Schweden kämpft seit mehr als zehn Jahren mit zunehmender Gewalt im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität. Hauptgrund dafür sind Konflikte zwischen rivalisierenden Banden und Kämpfe um die Kontrolle des Drogenmarkts.

Die Banden rekrutieren immer mehr Minderjährige unter 15 Jahren für Anschläge und Schusswaffenangriffe, weil diesen bisher keine Haftstrafe droht, wenn sie erwischt werden.

"Die Gesellschaft und die Kriminalität haben sich grundlegend verändert", sagte Justizminister Strömmer. "Junge Menschen begehen im Allgemeinen weniger Straftaten. Aber diejenigen, die Straftaten begehen, begehen mehr und schwerere Straftaten", fuhr er fort. "Es ist viel häufiger geworden, dass Jugendliche Waffen und Sprengstoff einsetzen."

Die geplante Änderung sorgt in Schweden für viel Kritik. Die Kinderrechtsorganisation Bris nennt die Pläne "kontraproduktiv" und "unzureichend geprüft", die Rechte von Kindern würden dadurch verletzt.

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