Schweinischer Protest vor dem Kanzleramt

Am Mittwoch erwecken 15 lebensgroße Schweine-Attrappen vor dem Bundeskanzleramt in Wien das Aufsehen mancher Passanten. Eine Demo von Greenpeace steckt dahinter.
Greenpeace protestiert mit insgesamt 15 lebensgroßen Schweine-Attrappen bei der Ministerratssitzung vor dem Bundeskanzleramt gegen Gentechnik-Futtermittel bei AMA-Schweinen.

"Denn trotz überwältigender Ablehnung von Gentechnik durch die Bevölkerung wird der Großteil der Schweine mit dem staatlichen AMA-Gütesiegel mit gentechnisch verändertem Soja aus Übersee gefüttert", bekrittelt die Organisation und fordert Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger auf, Gentechnik im AMA-Schweinetrog zu verbieten.

Ein entsprechender parlamentarischer Antrag wird am Donnerstag im Landwirtschaftsausschuss des Nationalrats diskutiert.

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(Quelle. Video3)

Gesetzlich erlaubt

Ein Test der Umweltschutzorganisation vom Ende letzten Jahres hat gezeigt, dass auch Schweinefleisch mit dem rot-weiß-roten Siegel mit gentechnisch verändertem Soja produziert wird. Gesetzlich steht dem bislang nichts im Wege.

"Für die KonsumentInnen ist das Gentech-Soja im Schweinefleisch jedoch nicht nachvollziehbar, denn auf den Verpackungen im Supermarktregal fehlt jeglicher Hinweis. Zudem stammen die Futtermittel oft aus Ländern wie Brasilien oder Argentinien und sind mit Regenwaldzerstörung verbunden", bemängelt Greenpeace.

Geht auch anders

Dass es auch anders geht, beweisen die österreichische Milchwirtschaft und die Eierproduzenten, die im Jahr 2010 komplett auf gentechnikfreie Fütterung umgestellt haben. Die heimischen Hühnerfleischproduzenten folgten diesem Beispiel im Jahr 2012. Bei Schweinefleisch ist hingegen nur Bio-Schweinefleisch, und Schweinefleisch mit dem grün-weißen "Ohne Gentechnik"-Siegel garantiert gentechnikfrei.

"Es ist höchste Zeit, dass Bundesministerin Köstinger aktiv wird. Sie muss endlich den völligen Ausstieg aus Gentechnik-Futtermitteln in der österreichischen Lebensmittelproduktion umsetzen, beginnend mit der AMA", forderte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Sebastian Theissing-Matei angesichts der Test-Ergebnisse. (ek)

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