Kurios in Zürich

Schweiz baut Autobahn ab - zu wenig Verkehr

Der Kanton Zürich degradiert die vierspurige A50 zur Hauptstraße. Das nie vollendete Projekt aus den 1970er-Jahren litt an Verkehrsmangel.
Technik Heute
01.07.2026, 10:07
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Was selten passiert, wird in der Schweiz jetzt Realität: Eine Autobahn wird abgeschafft, weil zu wenig Autos darauf fahren. Der Zürcher Kantonsrat hat mit deutlicher Mehrheit von 129 zu 46 Stimmen beschlossen, die A50 aus dem kantonalen Raumordnungsplan zu streichen.

Die nur vier Kilometer lange Autobahn bei Glattfelden, rund 800 Meter hinter der deutschen Grenze, wird künftig zur normalen Hauptstraße mit Tempo 80 herabgestuft. Das Verkehrsaufkommen ist mit knapp 14.000 Fahrzeugen täglich schlicht zu gering für eine vierspurige Autobahn.

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Wie chip.de unter Berufung auf die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, fahren auf manchen einspurigen Kantonsstraßen sogar doppelt so viele Fahrzeuge. Das macht die A50 zur wohl überflüssigsten Autobahn der Schweiz.

Großprojekt scheiterte am Geld

Die Geschichte der A50 reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Geplant war damals eine durchgehende Verbindung von Winterthur in Richtung Basel für den Schwerverkehr vom Rheinhafen. Doch nach dem Bau des ersten Teilstücks ging das Geld aus.

Die komplette Strecke hätte 900 Millionen Franken gekostet - ein Betrag, der bei einem Budget von nur 60 Millionen pro Jahr für alle Straßenprojekte unrealistisch war. So blieb das vier Kilometer lange Fragment in der Landschaft stehen.

Platz für andere Projekte

Zwei Spuren sollen nun wegfallen. Das freiwerdende Land kann der Kanton als Ausgleichsfläche für andernorts beanspruchtes Kulturland nutzen. Der Widerstand von der rechtspopulistischen SVP blieb erfolglos.

Skurril: Am selben Kreisel, in den die A50 mündet, wird eine andere Straße zur "Mini-Autobahn" mit vier Spuren ausgebaut. Auf dieser Nord-Süd-Achse staut sich nämlich der Verkehr tatsächlich - mit 28.000 Fahrzeugen täglich doppelt so vielen wie auf der A50.

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