Insgesamt sieben Frauen erheben schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Weltcup-Läufer. Chenal soll sie sexuell belästigt haben – und das zu einem Zeitpunkt, als sie alle noch minderjährig waren, berichtet zumindest die französische "Le Monde". Die Fälle hätten sich über ein Jahrzehnt hinweg gezogen.
Sämtliche Fälle seien ähnlich abgelaufen, heißt es in dem Bericht. Zunächst habe der Franzose die damals Minderjährigen via sozialer Netzwerke kontaktiert, Nachrichten mit sexuellem Inhalt verschickt und selbst nach intimen Fotos gefragt. "Eines Tages, nach vielen unangemessenen Nachrichten, bat er mich, zu ihm zu kommen und für ihn leicht bekleidet zu posieren. Er machte Fotos", wurde eine Frau zitiert. Damals war sie 13, dieser Fall habe sich im Jahr 2005 ereignet.
Chenal, immerhin Sieger eines Weltcuprennens und Riesentorlauf-Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin, gab zwar zu, Gespräche mit sexuellem Inhalt geführt zu haben, bestritt aber, "daran gedacht zu haben, die jungen Mädchen zu besuchen oder sich ihnen gegenüber in irgendeiner Weise unangemessen zu verhalten."
Brisant dabei: Schon 2009 soll Frankreichs Skiverband von den Vorwürfen erfahren haben. Eine Untersuchung soll gefolgt sein, die demnach aber eingestellt worden war. Sechs Jahre später habe es ähnliche Vorwürfe gegeben, die zu einer Verwarnung Chenals geführt hatten.
In dieser Zeitperiode war der Olympia-Silberne von 2006 als Frauen-Trainer im französischen Verband tätig (2013 bis 2017). "Unser Fehler war es, uns auf die Ergebnisse der Gendarmerie-Untersuchung zu verlassen. Wir hätten reaktiver und durchgreifender sein müssen", meinte Michel Vion, Ex-Präsident des französischen Skiverbands, nun. 2017 hatte Chenal den Verband verlassen, ohne jegliche disziplinäre Maßnahme.