Zu einem schweren Unfall ist es am Montagvormittag im Makartviertel in Linz gekommen. Ein 83-jähriger Linzer wollte gegen 8.30 Uhr mit seinem Auto rückwärts aus seiner Garage auf die Anzengruberstraße (zwischen Theater Phönix und St. Barbara Friedhof) fahren. Am Beifahrersitz saß seine Frau.
Beim Zurückschieben übersah der Mann eine 89-jährige Frau, die mit ihrem Rollator am Gehsteig unterwegs war. Er stieß die Frau mit dem Auto nieder und überrollte sie im Rückwärtsgang. Danach schaltete er in den Vorwärtsgang und fuhr noch einmal über die Frau, die dabei ein paar Meter mitgeschleift wurde.
Erst eine Zeugin machte den Lenker auf das Unglück aufmerksam, woraufhin er ausstieg. Die 89-Jährige wurde schwer verletzt und nach der Erstversorgung ins Unfallkrankenhaus Linz gebracht. Der Lenker und seine Beifahrerin blieben unverletzt.
In Österreich flammt die Debatte über Führerscheine im hohen Alter immer wieder auf – zuletzt nach mehreren schweren Unfällen mit betagten Lenkern. Während manche fordern, dass Senioren ab einem bestimmten Alter regelmäßig zur Fahrtauglichkeitsprüfung sollen, warnen andere vor Altersdiskriminierung. Fakt ist: Der Führerschein gilt derzeit unbefristet, Altersgrenzen gibt es keine. Für viele ältere Menschen bedeutet das Auto Freiheit und Selbstständigkeit – doch Kritiker meinen, dass medizinische Checks ab etwa 75 verpflichtend sein sollten, um sich und andere im Straßenverkehr nicht zu gefährden.