In der Grenzregion zwischen Iran und Pakistan hat sich am Dienstag ein heftiges Erdbeben ereignet. Ein Regierungsvertreter sprach vom "schwersten Erdbeben im Iran seit 40 Jahren". Ob und wieviele Todesopfer es gab, ist derzeit noch unklar.
In der Grenzregion zwischen Iran und Pakistan hat sich am Dienstag ein heftiges Erdbeben ereignet. Ein Regierungsvertreter sprach vom "schwersten Erdbeben im Iran seit 40 Jahren". Ob und wieviele Todesopfer es gab, ist derzeit noch unklar.
Das Beben erreichte eine Stärke von 7,8 auf der Richterskala. Das Zentrum lag demnach rund 90 Kilometer von der Stadt Khash entfernt. Dadurch, dass der Erdstoß in größerer Tiefe bei rund 15,2 Kilometern stattfand, wurden die Erschütterungen gedämpft. Den staatlichen Medien zufolge wurden die Strom- und Telefonverbindungen in weiten Teilen der Provinzen Sistan und Baluchistan unterbrochen.
"Der Schock sitzt tief. Überall sind die Menschen ins Freie geflüchtet und Erinnerungen an das schwere Erdbeben von Bam im Jahr 2003 wurden wach", erklärt Mahsa E. aus der Provinz Balouchestan.
Der Iranische Rote Halbmond ist mit 46 Such- und Rettungseinheiten im Einsatz. Weitere 40 Rettungswagen der Organisation werden in die Region verlegt. "Wir haben den Kollegen vom Iranischen Roten Halbmond Unterstützung angeboten", sagt Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.
Zahl der Todesopfer unklar
Über die Opferzahl der Naturkatastrophe gab es verschiedene Berichte. Laut iranischem Katastrophenschutz lagen zunächst keine Informationen über Tote vor. Ein iranischer TV-Sender berichtete hingegen von 40 Toten.
"Das Epizentrum des Bebens lag in der Wüste und es befinden sind keine größeren Siedlungen in der Nähe", sagte ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes. Laut dem regionalen Krisenmanager Mohandes Arbabi sind zwölf Menschen verletzt worden. "Von diesen konnten acht direkt vor Ort behandelt werden, vier weitere befinden sich im Krankenhaus", so Mohandes Arbabi.
Keine großen Schäden erkennbar
"Es gibt bisher keine Toten. Das Zentrum des Bebens ist rund 90 Kilometer von Khash entfernt. In der Stadt, die im gleichnamigen Bezirk liegt, leben etwa 57.000 Menschen. In Sarawan, ebenfalls in unmittelbarer Umgebung, sind keine großen Schäden zu sehen", sagte Arbabi.
Der russische Erbauer des iranischen Kernkraftwerks in Buschehr, Atomstroyexport, erklärte, an der Anlage sei kein Schaden entstanden. Selbst in der indischen Hauptstadt Neu Delhi, die mehr als 1.500 Kilometer entfernt liegt, war der Erdstoß noch deutlich zu spüren.
Von Dubai bis Karatschi spürbar
Die Erschütterungen waren in der gesamten Golfregion und darüber hinaus zu spüren. Auch in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in der pakistanischen Stadt Karatschi waren Erschütterungen zu spüren. Tausende Menschen stürmten in Karatschi aus den Gebäuden auf die Straßen. Der gesamte Verkehr wurde vorübergehend lahmgelegt.
Immer wieder schwere Erdbeben
Am Dienstag vergangener Woche waren bei einem Erdbeben im Süden des Iran 37 Menschen ums Leben gekommen, 850 wurden verletzt. Der Iran gehört zu einer der geologisch unruhigsten Erdbebenzonen der Welt. In Südwestasien schiebt die Arabische die Iranische Platte mit einer Geschwindigkeit von etwa drei Zentimetern im Jahr gegen die Eurasische Platte. Über Jahre hinweg werden so Spannungen aufgebaut, die sich in Erdbeben entladen.