"Man erkennt, dass Video aus dem SPÖ-Eck kommt"

Sebastian Kurz war am Abend bei Puls 4 zum Sommergespräch geladen. Dort schilderte er seine persönliche Theorie zu den Hintergründen des Ibiza-Videos.
Vor Beginn des Intensiv-Wahlkampfs lädt Puls4-Infochefin Corinna Milborn alle sechs Parteichefs zum Polit-Talk über die Geschehnisse des letzten Monats und ihre Strategie für den kommenden Wahlkampf. Im September sind die Österreicher dazu aufgerufen, eine neue Regierung zu wählen.

FPÖ und Grüne waren am 19. Juni an der Reihe, heute Abend wurde ÖVP-Parteiobmann und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz zu seinen Zielen für das Land befragt.

Hier die wichtigsten Zitate zusammengefasst:

Über die Zusammenarbeit mit der FPÖ und das Ibiza-Video:



"Genauso gut wie die Zusammenarbeit war, genauso heftig war das Ende durch die Konfrontation mit dem Video."

CommentCreated with Sketch.35 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Das ganze Video habe ich nach wie vor nicht gesehen."

"Ich habe ihn [Anm.: Strache] so nicht erlebt. Ich war mehr als überrascht. Es war wie ein Schlag, wie eine Bombe, die blitzartig die Karriere von Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus beendet hat. Es war genauso eine Bombe, die unsere Regierungsarbeit zerstört hat."



Theorie zum Video:



"Ich habe auch eine Theorie dazu, wer hinter dem Video steckt. [...] Man weiß, in welcher Kanzlei der verdächtige Anwalt einmal tätig war, in der Kanzlei Lansky, der ist bekannt SPÖ-nahe, man weiß auch, für welche Personen diese Detektive tätig waren. Sie waren tätig für ÖBB unter Christian Kern. Wenn man alle Puzzleteile zusammenfügt, dann erkennt man, dass es aus dem SPÖ-Eck kommt."

"Ich habe meine eigenen Erfahrungen mit Tal Silberstein gemacht. (...) Ich kenne all die üblen Tricks mittlerweile. Wenn man all das einmal persönlich erlebt hat, vergisst man das nicht."



Über Wahlkampfkosten und Parteispenden:



"Wir haben für den Wahlkampf ein Budget von sieben Millionen, weil wir nicht mehr ausgeben dürfen."

"Wir haben die Grenze beim letzten Mal überschritten, dafür bezahlen wir jetzt unsere Strafe."

"Das Wichtigste ist mehr Transparenz und die Reduktion der Parteienförderung."

Zum Thema Pflege:



"Wir haben ein sehr gutes System. Man hat aber nicht auf die Pflege geachtet. (...) Was wir wollen ist eine nachhaltige Lösung, um die Pflege für alle langfristig gewährleisten zu können."

"Das Geld kommt wie immer immer von den SteuerzahlerInnen und von den Versicherten."

Über die SV-Zusammenlegung und die Ankündigung der Regierung, dadurch eine Milliarde einzusparen: "Jetzt kann man darüber diskutieren, wie schnell sich diese Milliarde lukrieren lässt. Aber jeder Euro, der sich einsparen lässt und bei den Patienten ankommt, ist ein guter. Sie können nicht nur über Kündigungen arbeiten, sondern auch über den Weg, dass Posten von Menschen, die Pension gehen, nicht nachbesetzt werden."



Zum Thema Klimapolitik:



"Wir sind noch nicht zu allem gekommen, was wir machen wollten. Vieles war geplant, was so nicht mehr umgesetzt werden konnte und hoffentlich nach der Wahl noch passieren wird."

"Ja, wir müssen viel tun, um gegen den Klimawandel anzukämpfen und im Umweltschutz noch besser zu werden."

"Wenn wir gewählt werden sollten, würden wir vor allem versuchen beim Verkehr anzusetzen. Da haben wir die meisten Probleme. Hier wäre es falsch, bei Steuern anzusetzen, das würde den ländlichen Raum und die sozial Schwachen treffen. (...) Wir wollen keine CO2-Steuer."

Zum Thema Migration:



"Ich glaube, dass es insgesamt beim Migrationsthema eine deutliche Entwicklung in die richtige Richtung gibt. (...) Wir haben leider noch immer zu viele Menschen, die im Mittelmeer sterben. Aber es sterben mittlerweile deutlich weniger. Jeder Einzelne ist natürlich einer zu viel. Aber die Richtung stimmt."

"Wir sind als EU angewiesen, mit den Staaten in Nordafrika – auch Libyen – zusammenzuarbeiten, um illegale Schlepper zu stoppen."

"Je konsequenter wir darin sind, dass Menschen gar nicht erst aufbrechen, desto schneller werden immer weniger Menschen im Mittelmeer ertrinken ."

Zum Thema Regierung und Koalition:



"Ich habe in meinem Regierungsteam immer auf Experten gesetzt und sollte ich wieder Kanzler werden, werde ich wieder auf Experten setzen."

"Ich glaube, dass Herbert Kickl nicht der Richtige ist, um ein Innenministerium zu bekleiden und ich denke nicht, dass ihn der Bundespräsident angeloben würde."

"Eine Minderheitsregierung ist auch möglich. Für Österreich ist es ungewöhnlich, international nicht unbedingt. Aber man kann in Umweltfragen mit den Grünen arbeiten, in Migrationsfragen mit der FPÖ. Das wäre gar kein Widerspruch. Und auch mit den NEOS in gewissen Bereichen. Bei Transparenz und Reduktion von Parteienfinanzierung sind wir jetzt schon mit ihnen handelseins." (ek)

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