Sechste Urlaubswoche: AK-Chef begrüßt Vorstoß

Nachdem Sozialminister Alois Stöger eine Diskussion um eine sechste Urlaubswoche losgetreten hat, stellt sich Arbeiterkammerpräsident Rudi Kaske hinter diesen Vorschlag. Kritische Stimmen hingegen kommen vom Wirtschaftsbund.
Nachdem S, stellt sich Arbeiterkammerpräsident Rudi Kaske hinter diesen Vorschlag. Kritische Stimmen hingegen kommen vom Wirtschaftsbund.

"Mit intelligenten Formen der Arbeitszeitverkürzung kann man Arbeit fairer verteilen und mehr Jobs schaffen", sagt Kaske zur Debatte um die Vorschläge von Stöger.

In Österreich suchten fast 430.000 Menschen eine Arbeit. Gleichzeitig würden jährlich weit über 250 Millionen Überstunden geleistet, davon 52 Millionen unvergütet, also weder durch Bezahlung noch durch einen Zeitausgleich. „Allein diese unbezahlten Überstunden bedeuten 30.000 Arbeitsplätze“, so Kaske. "Deshalb müssen wir eine Debatte über sinnvolle Arbeitszeitverkürzung führen, von der Wochenarbeitszeit bis zur 6. Urlaubswoche", so Kaske.

Kritik vom Wirtschaftsbund

"Angesichts der derzeitigen Arbeitsmarktsituation wäre eine Arbeitszeitverkürzung, wie sie Stöger vorschlägt, die "allerschlechteste Maßnahme", um dem negativen Trend entgegenzuwirken, meint hingegen Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner in Richtung Sozialminister Stöger. Dadurch würde der Faktor Arbeit weiter verteuert und somit zusätzliche Arbeitsplätze vernichtet werden. "Das würde vor allem den personalintensiven Mittelstand treffen und wäre ein großer Wettbewerbsnachteil. Internationale Beispiele beweisen, dass wir genau das Gegenteil benötigen: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir flexibler werden und mehr Beweglichkeit bei individuellen betrieblichen Lösungen schaffen".

Von flexiblen Arbeitszeiten würden hingegen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren. "Arbeitszeitflexibilisierung bedeutet nicht Mehrarbeit sondern eine bessere Verteilung von Arbeit. Es wird dann gearbeitet, wenn Arbeit anfällt. Mit der Ausweitung der Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden schaffen wir mehr Spielräume und somit in der Folge auch mehr Arbeitsplätze", betont der Wirtschaftsbund-Generalsekretär. Und weiter: "Die Anforderungen der heutigen Zeit brauchen auch entsprechende Lösungsansätze. Da alles schnelllebiger wird, müssen wir mit den richtigen Antworten darauf reagieren und unseren erfolgreichen heimischen Betrieben mehr Luft zum Atmen geben, denn sie schaffen die notwendigen Arbeitsplätze."

"Auch der wiederholte Ruf von Seiten der SPÖ nach einer sechsten Urlaubswoche, würde Arbeitsplätze vernichten. Wir wollen aber zusätzliche Arbeitsplätze. Mehr Urlaub bringt weder Wachstum noch neue Arbeitsplätze und schadet dem Standort. Mit populistischen Forderungen werden sicher keine Arbeitsplätze geschaffen", hält Haubner abschließend fest.
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