Seeadler-Boom

Seeadler: Neuer Höchststand in Österreich

Die Zahl der Seeadler in Österreich erreicht einen Höchststand, doch Gefahren wie Wildtierkriminalität bedrohen den anhaltenden Erfolg.
Niederösterreich Heute
10.09.2026, 11:52
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In Österreich haben heuer 82 Seeadler nachweislich gebrütet. Bei weiteren 41 Seeadlern wurde zwar ein Revierverhalten festgestellt, aber bisher konnte dort noch keine Brut bestätigt werden. Der WWF sieht das als großen Erfolg der langjährigen Schutzmaßnahmen und hat das am Donnerstag in einer Aussendung betont.

"Der neue Höchstwert zeigt, wie wichtig konsequente Schutzmaßnahmen sind. Denn die Rückkehr des Seeadlers ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von 25 Jahren gezielter Anstrengungen", erklärte WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. Wie orf.at berichtet, ist das allerdings kein Grund zur Entwarnung: Illegale Abschüsse, Vergiftungen und immer öfter auch Kollisionen gefährden die majestätischen Vögel weiterhin. Deshalb fordert der WWF einen weiteren Ausbau der Schutzmaßnahmen, vor allem gegen Wildtierkriminalität und für den Schutz ihrer Lebensräume.

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Besonders viele Seeadler gibt es in Niederösterreich. Das Waldviertel hat sich laut WWF zum wichtigsten Seeadler-Gebiet in ganz Österreich entwickelt. Dort wurden 67 Paare gezählt, davon 38 Brutpaare. Das bedeutet, rund die Hälfte aller österreichischen Brutpaare lebt im Waldviertel. Die Seeadler-Dichte liegt dort bei etwa 1,5 Brutpaaren pro 100 Quadratkilometer, in manchen Bereichen sogar bei bis zu sieben Brutpaaren auf derselben Fläche.

Weitere Vorkommen finden sich auch in den Donauauen westlich von Wien, im Weinviertel, in den March-Thaya-Auen, im Industrieviertel und im Burgenland. Auch in der Steiermark und in Oberösterreich nehmen die Bestände weiter zu.

Die Zählung zeigt laut WWF, dass die Entwicklung in den Regionen unterschiedlich verläuft. In den Gebieten, die früh wiederbesiedelt wurden – wie das Burgenland oder die March-Thaya- und Donauauen – sind schon viele Reviere besetzt. Dort verlangsamt sich das Wachstum und nähert sich den natürlichen Grenzen an. In später besiedelten Regionen wie der Steiermark, Oberösterreich und dem Weinviertel wachsen die Bestände aber weiterhin stärker.

"Obergrenze noch nicht erreicht"

"Mit der aktuellen Bestandsgröße von 123 Seeadler-Paaren dürfte die Obergrenze noch nicht erreicht sein", so Pichler. Wie es weitergeht, hängt auch davon ab, ob die bestehenden Gefahren wirklich ausgeschaltet werden können. Die Seeadler-Zählung wurde mit Hilfe vieler Freiwilliger durchgeführt und ist Teil der aktuellen Studie "Populationsdynamik des Seeadlers".

red,10.09.2026, 11:52