Lothar Matthäus rät Julian Nagelsmann, seine Trainerkarriere vorerst im Ausland fortzusetzen. Nach Ansicht des deutschen Rekordnationalspielers dürfte es für den ehemaligen Bundestrainer schwierig werden, zeitnah einen Spitzenjob in Deutschland zu bekommen.
"Ich glaube nicht, dass Nagelsmann so schnell einen Top-Job in Deutschland bekommt", schrieb Matthäus in seiner Sky-Kolumne. Im Ausland könne der 39-Jährige womöglich etwas ruhiger arbeiten, da er dort weniger stark unter Beobachtung stehe.
Als einen Grund nennt Matthäus Nagelsmanns Umgang mit Kritik. Der ehemalige DFB-Teamchef habe zuletzt teilweise zu empfindlich auf öffentliche Kritik reagiert und teilweise sehr eingeschnappt gewesen sein. Das könnte ihm bei einem Engagement in Deutschland zum Verhängnis werden.
"Im Profifußball gibt es Kritik, wenn die Ergebnisse nicht stimmen oder kein attraktiver Fußball gespielt wird", erklärte Matthäus. Bei Nagelsmann sei seiner Meinung nach zuletzt beides der Fall gewesen.
Nach dem frühen Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft hatten sich Nagelsmann und der DFB trotz eines ursprünglich bis 2028 laufenden Vertrags auf eine vorzeitige Trennung verständigt. Seine Nachfolge als Bundestrainer trat Jürgen Klopp an.