Salzburg

"Sehr viel mehr" – Scharlach-Welle rollt über Salzburg

Immer mehr Kinder in Salzburg fühlen sich derzeit krank. Der Grund dafür könnte eine neue Infektionswelle von Streptokokken sein.

Jochen Dobnik
Kinderärzte in Salzburg schlagen Alarm. Die Streptokokken-Fälle haben in den letzten Tagen stark zugenommen! 
Kinderärzte in Salzburg schlagen Alarm. Die Streptokokken-Fälle haben in den letzten Tagen stark zugenommen! 
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Die Infektionszeit ist kurz, die Ansteckungsfähigkeit lang: In ganz Salzburg kommt es derzeit vermehrt zu Infekten durch Streptokokken. Auch das Land Salzburg weist auf "sehr viel mehr" Scharlach-Fälle als sonst hin.

Während er letztes Jahr rund zehn Fälle pro Woche zählte, seien es nun oft bis zu zehn Kinder pro Tag, die mit einer Streptokokken-Infektion zu ihm in die Praxis in der Innsbrucker Bundesstraße kommen, erklärt Kinderarzt Dr. Holger Förster, der eng mit dem Land Salzburg zusammenarbeitet, im Interview mit "Salzburg24". Genaue Zahlen gibt es nicht, da diese im Gesundheitsministerium dokumentiert werden.

Das sind die Symptome

Scharlach gilt als klassische Kinderkrankheit und gehört zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten in der Altersgruppe von vier bis zehn Jahren. Die klassischen Symptome: Hohes Fieber, Halsschmerzen, geschwollene Mandeln und häufig auch eine rote "Himbeerzunge". Auch das Gesicht ist meistens gerötet, dazu entwickelt sich mitunter ein feinfleckiger Ausschlag – meist am Brustkorb. Scharlach ist hochansteckend und meldepflichtig.

Streptokokken-Infektionen werden mit Antibiotika behandelt, die aktuell oft schwer verfügbar sind ("Heute" hat berichtet). Erste Apotheken greifen bereits zur Selbsthilfe und stellen antibiotische Kindersäfte selbst her.

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Mehrere Todesfälle in Großbritannien

Schon kurz vor Weihnachten mahnten EU und Weltgesundheitsorganisation WHO zur Vorsicht gegenüber der Krankheit. Anlass zur Sorge gaben auch Berichte über Todesfälle in Großbritannien, wo neun Kinder an den Folgen von Scharlach ums Leben kamen, da sie falsch behandelt wurden.

Wodurch die Häufung der Erkrankungen hervorgerufen wird, ist bislang unklar. Experten halten es aber für möglich, dass viele Kinder durch die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie weniger immun sind als in früheren Jahren.

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