Premiere für Kabarettisten

Seidl wird Disney-Star: "Würde es morgen wieder machen"

Gery Seidl über seine Premiere als Synchronsprecher, Kindheitserinnerungen und Humor. "Heute" traf den Kabarettisten zum Talk.
Romina Colerus
16.07.2026, 05:45
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Wenn Disney anruft, hört selbst ein viel beschäftigter Kabarettist genauer hin. Gery Seidl wurde für "Toy Story 5" als österreichische Stimme von "Dr. Nutcase" angefragt und musste zunächst überlegen. Synchronsprechen für einen Animationsfilm hatte er schließlich noch nie gemacht, außerdem war sein Terminkalender ohnehin gut gefüllt.

"Ich habe aber nicht sofort Ja gesagt, weil ich gar nicht wusste, was das für ein Aufwand ist", erzählt Seidl im "Heute"-Gespräch. Dann sei ihm jedoch bewusst geworden, welche Chance sich da gerade auftut. "Das habe ich so noch nicht gemacht und dann habe ich mir gedacht: Das könntest du eigentlich auch einmal probieren."

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Seine Rolle fällt zwar klein aus, hinterließ bei ihm aber großen Eindruck. "Es hat Spaß gemacht", sagt er mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Für ihn zählt vor allem, ob sich ein Projekt im Nachhinein richtig anfühlt. "Dass du die Zeit so verbringst, dass du es morgen wieder so machen würdest. Und ich würde es morgen wieder so machen."

Auch die Geschichte von "Toy Story 5" hat ihn berührt. "Die Idee, die Kinder wieder ein bisschen in die analoge Welt zu bringen, finde ich sehr, sehr schön." Ganz kalt ließ ihn der Film ohnehin nicht: "Ich habe mich fast ertappt, wie ein Tränchen über die Wange gelaufen ist."

Ob Fans seine Stimme sofort erkennen werden, bezweifelt Seidl allerdings. "Dr. Nutcase" befindet sich in einer höchst unangenehmen Lage und klingt entsprechend leidend. "Er kämpft ums Leben und darum ist er so wimmernd unterwegs. Das ist jetzt nicht so leicht zu erkennen."

Im Studio musste der Kabarettist dann auf die Sekunde genau arbeiten. Die amerikanische Originalstimme lief im Ohr, während auf dem Bildschirm zwei Balken zusammenfuhren. Sobald sie sich trafen, musste Seidl einsetzen. "Da kann man schnell holzig werden", erzählt er.

Ein wenig österreichischer Schmäh durfte dennoch nicht fehlen. Beim Text habe er sofort liebevoll interveniert. "Also wir sagen das so nicht." Der deutsche Regisseur nahm es mit Humor. So steckt am Ende auch "so ein Hauch" Gery Seidl in "Dr. Nutcase".

Drei Stunden verbrachte er für die Aufnahmen im Studio, auch wenn er zunächst scherzt: "Vier Wochen. Blödsinn. Drei Stunden." Wiederholen würde er das Experiment jederzeit. "Mich fasziniert, dass zwei Ideen zusammenkommen. Hier hat jemand anderer eine Figur gebastelt und ich darf meine Stimme dazuhängen."

„Ich habe mich fast ertappt, wie ein Tränchen über die Wange gelaufen ist“
Gery Seidlüber den Film "Toy Story 5"

Passend zur Welt von "Toy Story" verrät Seidl auch, welches Spielzeug aus seiner Kindheit er gerne wieder zum Leben erwecken würde. Sein Vater habe ihm und seinen Geschwistern Anhänger, Gokarts und sogar einen ganzen Fuhrpark gebaut. "Den Fuhrpark hätte ich meinem Papa zu verdanken gehabt. Den gibt es so nicht mehr, aber das wär’s, dieser Fuhrpark."

Im fünften Teil kehren Buzz Lightyear, Woody, Jessie und der Rest der beliebten Spielzeugbande auf die große Leinwand zurück. Diesmal bekommen sie es mit Lilypad zu tun, einem neuen Tablet, das ganz eigene Vorstellungen davon hat, was für "ihr Kind" Bonnie das Beste ist. Damit stellt der Film die Frage, welchen Platz klassisches Spielen in einer zunehmend digitalen Welt noch hat.

Für Seidl erzählt "Toy Story 5" vor allem von Freundschaft, Einsamkeit und der Bedeutung echter gemeinsamer Zeit. Seine Botschaft ist klar, Kinder nicht einfach vor Bildschirme setzen, sondern sich mit ihnen beschäftigen. Genau deshalb hält er den Film für "eine wunderschön erzählte Geschichte" mit einer starken Aussage für das 21. Jahrhundert.

Zu sehen ist der Film ab 23. Juli in den österreichischen Kinos und dann hat auch "Dr. Nutcase" seinen kleinen, großen Auftritt. Hinhören zahlt sich dann besonders aus ...

{title && {title} } cor, {title && {title} } 16.07.2026, 05:45