Politik

Sekten-Stelle: Mehr Frauen als Männer suchten Rat

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:21

Bei der Bundesstelle für Sektenfragen haben im Vorjahr 1.020 Personen das bedarfsorientiert gestaltete Angebot an Informations- und Beratungsgesprächen genützt, heißt es im Tätigkeitsbericht, der nun dem Nationalrat vorliegt.

Bei der haben im Vorjahr 1.020 Personen das bedarfsorientiert gestaltete Angebot an Informations- und Beratungsgesprächen genützt, heißt es im Tätigkeitsbericht, der nun dem Nationalrat vorliegt.

Im Jahr 2014 fanden insgesamt 4.033 fachspezifische Kontakte (Information und Beratung) mit 1.020 Personen statt. 1.913 der Kontakte erfolgten im Rahmen der psychosozialen Beratung und Begleitung von 447 Beratungsfällen. Der größte Anteil (2.055: 51%) der fachspezifischen Kontakte erfolgte schriftlich, 1.618 (40,1%) wurden telefonisch und 360 (8,9%) persönlich geführt. Ein großer Teil der Anfragen erreichte die Bundesstelle per E-Mail. 

Im Jahr 2014 verzeichneten Privatpersonen (519) die meisten fachspezifischen Kontakte, gefolgt von Mitarbeitern von Infostellen zu Weltanschauungsfragen (169), sowie Lehrpersonen, Multiplikatoren, Schülern und Studierenden (113). Im Rahmen der Beratungsfälle setzten sich 252 Frauen und 195 Männer mit der Bundesstelle in Verbindung. Dabei wurden im Jahr 2014 insgesamt 248 unterschiedliche Gruppierungen thematisiert. Seit Beginn ihrer Tätigkeit dokumentierte die Bundesstelle Anfragen zu insgesamt mehr als 2.200 unterschiedlichen Gruppierungen.

 
Die Bundesstelle für Sektenfragen ist eine konfessionell ungebundene Beratungseinrichtung, die weltanschaulich neutral agiert und als zentrale Anlaufstelle sowohl für Privatpersonen als auch für öffentliche und private Einrichtungen zur Verfügung steht.

Die Stelle hat den gesetzlichen Auftrag, Gefährdungen, die von "Sekten" oder "sektenähnlichen Aktivitäten" ausgehen können, zu dokumentieren und darüber zu informieren, sofern für deren Vorliegen ein begründeter Verdacht besteht und bestimmte schutzwürdige Güter oder Interessen betroffen sind. Konfliktträchtige Strukturen oder mögliche Gefährdungen können dabei nicht nur in religiösen oder weltanschaulichen Bereichen beobachtet werden, sondern etwa auch im expandierenden kommerziellen Lebenshilfemarkt oder der schwer zu überblickenden Esoterikszene, hält die Bundesstelle fest.

Die Schwerpunkte der Tätigkeit der Bundesstelle liegen auf objektiver Information und Dokumentation sowie der kostenlosen und vertraulichen Beratung von Betroffenen, Angehörigen und Bezugspersonen. Grundsätzlich lasse sich seit einigen Jahren beobachten, dass das Bedürfnis nach persönlichen Gesprächen und individueller Hilfestellung gerade bei Menschen in Konflikt- und Krisensituationen besonders groß sei, teilt die Bundesstelle in ihrem Bericht mit. Sachinformation als ein wesentliches Element der Informations- und Beratungsarbeit reiche meist allein nicht für die Bewältigung von persönlichen Konfliktsituationen oder zur Klärung beruflicher Fragestellungen aus. Erst durch die Auswahl, Einschätzung und Reflexion relevanter Sachinformation, durch die Einbeziehung der speziellen Situation und des Kontextes der anfragenden Person und durch die Berücksichtigung vieler weiterer Faktoren können im Rahmen kompetenter und professioneller Beratung individuell zugeschnittene Lösungsstrategien gemeinsam erarbeitet werden.

Das Internet bietet eine breite Informationsbasis für Personen, die sich über bestimmte Gemeinschaften oder Organisationen informieren wollen. Jedoch sei dieses Angebot qualitativ schwer zu beurteilen, stellt die Bundesstelle fest. Oftmals sei es schwierig, den jeweiligen weltanschaulichen und fachlichen Hintergrund einer spezifischen Website bzw. der entsprechenden Autorinnen und Autoren einzuschätzen. Hier könne die Bundesstelle ihr Fachwissen einbringen und unterstützend tätig sein, um etwa aus der Fülle der vorhandenen Informationen eine Auswahl von relevanten Inhalten und Texten für ein spezielles Anliegen oder für eine spezielle Fragestellung zusammenzustellen und vorzuschlagen.

 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen