"Hässliche Fratze der FPÖ"

Selbst AfD zu rechts: "Nazi"-Politiker kommt nach Wien

Am Freitag soll der rechtsextreme ehemalige AfD-Abgeordnete Matthias Helferich eine Rede bei der FPÖ-nahen Burschenschaft Aldania halten.

Lukas Leitner
Selbst AfD zu rechts: "Nazi"-Politiker kommt nach Wien
Maurer (Grüne), Seltenheim (SPÖ): Die Einladung eines rechtsextremen AfD-Politikers durch die FPÖ-nahe Burschenschaft Aldania sorgte bei den anderen Parteien für Kritik.
APA-Picturedesk; Collage

Am Freitag soll die FPÖ-nahe Burschenschaft Aldania zu ihrem 130. Stiftungsfest prominenten Besuch erhalten. Dabei handelt es sich um "ein freundliches Gesicht der NS", wie sich Matthias Helferich selbst bezeichnete. Er ist "noch" Mitglied bei der AfD, befindet sich in seiner Partei aber in einem Ausschlussverfahren. Für die Burschenschaft soll er bei dem Fest eine Rede halten.

Helferich für SPÖ ein Nazi

Die restlichen Parteien zeigten sich über die Information, dass Matthias Helferich eine Rede halten werde, schockiert. "Dass eine FPÖ-nahe Burschenschaft einen Nazi zu ihrem Stiftungsfest einlädt, ist der vorläufig traurige Höhepunkt der ungebrochenen Unterstützung der FPÖ für die AfD", betonte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim.

Dabei erinnerte er an die jüngsten NS-Vorwürfe gegen AfD-EU-Spitzenkandidat Maximilian Krah, dem die FPÖ "noch immer die Stange" halten würde. Weiters zeigte er auf, dass angesichts des Ausschlussverfahrens von Helferlich sogar die AfD diesen als zu rechtsextrem einstufe. Er zog dabei den Schluss, dass "eine Stimme für die FPÖ eine Stimme für einen Rechtsruck in Europa und Österreich, eine Stimme für den Abbau unserer Demokratie und unseres Sozialstaats" sei.

Auch Grüne üben Kritik

Bei der Kritik der SPÖ bleibt es aber nicht, denn auch die Grünen verurteilen die Einladung des AfD-Politikers. "Deutschnationale Burschenschaften stehen in Österreich allgemein für NS-Glorifizierung, Antisemitismus, Männerbündelei und völkischen Rassismus", betonte die Klubobfrau der Grünen, Sigrid Maurer. Die Einladung von Helferich würde zudem nur die "hässliche Fratze, die sich hinter der FPÖ verberge" zeigen.

"Die FPÖ hat kein Rechtsextremismus-Problem – sie ist das Problem. Eine Partei, die andauernd mit Nazi-Jargon Politik macht, die die Waffen-SS verharmlost oder Rechtsextreme einlädt und in ihrem Dunstkreis duldet, ist eine Gefahr für die Demokratie", so Maurer abschließend.

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    HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

    Auf den Punkt gebracht

    • Die FPÖ-nahe Burschenschaft Aldania plant, den rechtsextremen ehemaligen AfD-Abgeordneten Matthias Helferich als Redner einzuladen, was von anderen Parteien heftig kritisiert wird
    • Die SPÖ und die Grünen verurteilen die Einladung und betonen, dass die FPÖ eine Gefahr für die Demokratie darstellt, da sie Rechtsextreme unterstützt und toleriert
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