Selbstmord nach Schießerei mit Polizei

Einen Toten hat in der Nacht auf Freitag in St. Pölten-Spratzern ein Schusswechsel mit der Polizei gefordert. Ein 25-Jähriger wurde in den frühen Morgenstunden leblos in seiner Wohnung aufgefunden. Er hatte sich selbst erschossen, ergab die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion.

Der Verdächtige habe sich demnach mit einem Schuss aus einer Langwaffe in den Mund getötet. Der Mann hatte sich laut Polizei in seiner Wohnung verschanzt, gezielte Schüsse in Richtung von Beamten abgefeuert und einen Diensthund - den sechs Jahre alten "Spike" - getötet. Der Einsatz unter Einbeziehung der Cobra dauerte fünf Stunden.

Mit Axt Beamte bedroht

Der Mann sei am Donnerstag um 21.20 Uhr mit seinem Dobermann und mit einer Axt in der Nähe seiner Wohnung im Stadtteil Spratzern unterwegs gewesen, berichtete Behördensprecher Markus Haindl. Weil der 25-Jährige dabei den Hund gequält haben soll, hätten Passanten die Polizei verständigt. Als eine Streife eintraf, bedrohte der Verdächtige die Beamten mit der Hacke, ehe er in seine nahe gelegene Wohnung im zweiten Stock - der obersten Etage - eines Mehrparteienhauses flüchtete.

Er habe sich verbarrikadiert und dazu Einrichtungsgegenstände verwendet, hieß es seitens der Polizei. Weil kein Kontakt zu dem Mann herzustellen war, wurde die Cobra als Verstärkung angefordert. Das Einsatzkommando rückte mit 20 Einsatzkräften an und öffnete kurz nach Mitternacht die Wohnungstür. Daraufhin gab der Beschuldigte laut dem Polizeibericht "gezielte Schüsse auf die Beamten des Zugriffsteams und einen Zugriffshund" ab.

Schusssichere Schilde kamen zum Einsatz

Die Polizisten, die das Feuer erwiderten, blieben unverletzt. Schäferhund "Spike" wurde jedoch tödlich getroffen. Der Einsatz sei in der Folge erst gegen 2.15 Uhr und mit herbeigeschaffter Spezialausrüstung in Form langwaffensicherer Schilde fortgesetzt worden, so Thenner. Man habe eine weitere Gefährdung der Polizeikräfte hintanhalten wollen.

Der Mann selbst sei dann nur wenige Minuten später tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Der Bereich im obersten Stockwerk des Mehrparteienhauses sei während des Einsatzes abgeriegelt worden, sagte Haindl. Eine Gefährdung anderer Menschen habe nicht bestanden. Thenner bestätigte, dass kurz nach Mitternacht mehrmals und von beiden Seiten geschossen worden sei.

Der 25-Jährige habe sich dabei einer Langwaffe bedient. Wie viele Schüsse insgesamt abgefeuert wurden, war Gegenstand der Ermittlungen. Der Polizei zufolge besaß der 25-Jährige fünf Langwaffen, die beschlagnahmt wurden. Ob legal, war vorerst nicht bekannt. Auch Munition sei in der Wohnung sichergestellt worden. Die weiteren Ermittlungen zum Schusswaffengebrauch werden vom Landespolizeikommando NÖ geführt. Die Tatortarbeit hat das Landeskriminalamt NÖ übernommen.

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