Welt

Selbstmordanschläge in Medina und Katif

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:28

Gleich drei Selbstmordanschläge erschütterten am Montag Saudi-Arabien. Auch in der für Muslime heiligen Stadt Medina ging eine Bombe hoch. Vier Security-Mitarbeiter wurden getötet. Der Selbstmordattentäter suchte sich am letzten Tag des Ramadan ausgerechnet die Zeit kurz vor dem Abendgebet bei Sonnenuntergang aus.

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Am Montag endete der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime. Massen von Pilgern fanden sich deshalb in Medina ein. Zum wichtigen Sonnenuntergangsgebet sammelten sich die Gläubigen vor der Prophetenmoschee, in der Mohammed begraben liegen soll. Vor der Moschee ging nur Momente vor dem Beginn des Gebets um 19 Uhr Ortszeit eine Bombe hoch. 

Securitymitarbeiter stellten sich dem Attentäter in den Weg. Die Explosion riss laut "Al-Jazeera" vier Securitys in den Tod, fünf weitere wurden verletzt. Anwesende glaubten zuerst, es habe sich um das traditionelle Kanonenfeuer gehandelt. Erst als die Erde bebte wurde vielen Anwesenden klar, dass eine Bombe hochgegangen war. Nur Stunden später zeigte Saudi Arabiens TV-Sender betende Gläubige in der Moschee.

Anschläge auch in Jeddah und Katif

Der erste Terroranschlag ereignete sich am Montag in den frühen Morgenstunden in der Hafenstadt Jeddah im Westen der arabischen Halbinsel. Eine Autobombe ging gegen zwei Uhr früh Ortszeit in der Nähe des US-Konsulats hoch. Zwei Männer des Wachpersonals wurden verletzt. 

Der dritte Anschlag ereignete sich im entgegengesetzten Teil des Landes, in Katif, im östlichen Teil Saudi-Arabiens. Gegen sieben Uhr abends, ebenfalls knapp vor dem Fastenbrechen, sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor einer Moschee in die Luft. Verletzte gab es keine, Augenzeugen berichteten allerdings von "herumliegenden Körperteilen". Dabei dürfte es sich jedoch um den Attentäter selbst gehandelt haben. 

Katif ist eine schiitische Hochburg im autokratischen sunnitischen Königreich. Die Schiiten im Land sind immer wieder Ziel von staatlicher Unterdrückung sowie Terroranschlägen durch fundamentalistische sunnitische Organisationen wie die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Noch kein Bekennerschreiben 

Ob  für die Anschläge verantwortlich ist, ist noch unklar. Bekannt hat sich noch niemand. Die Organisation hat den heiligen Monat Ramadan zum Monat des Terrors ausgerufen und in den vergangenen Tagen bereits mehrere blutige Anschläge mit Hunderten von Toten verübt.

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