Am Dienstag gab es eine Überraschung in Cannes. Der ukrainische Präsident erschien auf der großen Leinwand und hielt eine Ansprache bei der Eröffnungsfeier der Filmfestspiele.
In seiner Rede, die per Video in den Saal übertragen wurde, rief die Filmbranche auf, sich politisch gegen Hass und autoritäre Herrscher zu engagieren. "Am Ende wird der Hass verschwinden und die Diktatoren werden sterben", sagte Selenski und spielte auf Charlie Chaplins Filmklassiker "Der große Diktator" an.
"Wir brauchen einen neuen Chaplin, um zu beweisen, dass die Filmwelt nicht stumm ist", sagte der ukrainische Präsident weiter und fragte das Publikum: "Wird die Filmwelt still bleiben oder wird sie die Stimme erheben?" Für seine Worte bekam Selenski stehende Ovationen.
Zuvor liefen zur Eröffnung der Festspiele die deutsche Schauspielerin Emilia Schüle, US-Star Eva Longoria und die spanische Schauspielerin Rossy De Palma bei warmen Temperaturen über den roten Teppich. Im Wettbewerb um die Goldene Palme sind in diesem Jahr 21 Filme vertreten.
Am Mittwochabend soll Tom Cruise an der Croisette "Top Gun: Maverick" präsentieren - die Fortführung des Kultstreifens von 1986. Am Freitag feiert dann Marie Kreutzers Sisi-Drama "Corsage" in der renommierten Reihe "Un certain regard" seine Weltpremiere. Im internationalen Wettbewerb ist heuer kein österreichischer Film vertreten.